Westerstede: Gewalttätige Fußballfans verurteilt
Hauptverhandlung Übergriffe nach Pokalspiel zwischen VfB Oldenburg und SV Wilhelmshaven
Rastede - Wegen Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall, Gefangenenbefreiung, Widerstandes und Beleidigung verurteilte das Westersteder Schöffengericht den 27-jährigen Timo M. aus Harpstedt zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten. Sein Komplize, der 24-jährige Oldenburger Manuel H., kam mit sieben Monaten und einer Geldstrafe von 2000 Euro davon. Damit ahndete das Gericht gewalttätige Übergriffe auf eine Gruppe Wilhelmshavener Fußballfans, die vor genau einem Jahr, am 9. September 2009, nach dem verlorenen Pokalspiel zwischen dem VfB Oldenburg und dem SV Wilhelmshaven (2:1) mit der Nordwest-Bahn in Ruhe nach Hause fahren wollten.
Auf dem Bahnhof in Rastede wurde der Zug bereits von etwa 15 vermummten und gewaltbereiten Oldenburger Fans erwartet. Als die Störer bemerkten, dass im letzten Zugabteil nicht nur die Wilhelmhavener Anhänger, sondern auch mehrere Polizisten saßen, gaben sie ihren Plan auf Randale auf und flüchteten. Dennoch gelang es mehreren Beamten, Manuel H. festzunehmen und zu fixieren. Zwei Beamte blieben mit dem polizeibekannten Oldenburger am Bahnsteig zurück. Die anderen begleiteten die Wilhelmshavener Fußballanhänger im Zug bis nach Hause.
Als auf dem Bahnhof in Rastede Ruhe eingekehrt war, kamen die noch immer maskierten Täter aus ihren Verstecken. Timo M. nahm mehrere dicke Steine aus dem Gleisbett, bedrohte die Beamten damit und erpresste die Herausgabe von Manuel H.
Vor Gericht gab der 27-Jährige an, er habe nie die Absicht gehabt, die Polizisten mit Steinen zu bewerfen. Zwei Beamten erlitten bei dem Einsatz am Bahnhof leichte Kopfverletzungen.
In seiner Urteilsbegründung bezeichnete der Richter das Vorgehen der Angeklagten als völlig inakzeptabel. Unbescholtene Passagiere dürften nicht zum Ziel solch gewaltbereiter Täter werden.
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