Oldenburg: Hundedrama wird zum Fall für Polizei
Oldenburg - Manchmal ist ein Hundeleben wirklich ein Hundeleben. Der zwölfjährige Pinschermischling „Maik“ ist nicht nur blind, seine Besitzer haben ihn nach Meinung des Oldenburger Tierheims auch auf ganz üble Art einfach nur loswerden wollen. „Maiks“ Schicksal wird nun zu einem Fall für die Polizei.
Rückblick: Am 11. Oktober entdeckten nachts gegen 22 Uhr Feuerwehrleute den Hund angebunden an einem Zaun in der Nähe des Tierheims. Bei der Untersuchung im Heim stellte ein Tierarzt fest, dass „Maik“ nicht nur blind ist, sondern auch an dem relativ seltenen Cushing-Syndrom leidet. „Das führt unter anderem zu einem vermehrten Trinkbedürfnis, und der Hund muss sehr oft urinieren“, erklärt Tierheimleiterin Ellen Hibbeler.
Sie informierte die NWZ . Und der Bericht über den ausgesetzten Hund wurde auch im Tierheim Sedelsberg (Saterland) gelesen. Dort erinnerte man sich an „Maik“. Denn am Vormittag des 11. Oktobers habe eine Frau aus Friesoythe den blinden Hund in dem Heim abgeben wollen. Doch dort sei kein Platz frei geworden. Immerhin hatten die Sedelsberger Tierschützer noch die Personalien der Besitzerin.
Nun verlangte man von der Friesoytherin Aufklärung. Doch die Frau behauptete, sie habe „Maik“ über das Internet an neue Besitzer vermittelt. Die müssten ihn ausgesetzt haben. An den Namen und Adresse dieser Leute habe sich die Friesoytherin aber nicht erinnern können.
Tierschützer wollen das Hundedrama nun nicht auf sich beruhen lassen. Sie erstatteten Anzeige gegen die Besitzerin. Theoretisch droht der Frau im Falle einer Verurteilung wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro. „Das passiert jedoch nie“, weiß Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund. „Wenn jemand, der seinen Hund aussetzt und erwischt wird, muss er in der Regel nur ein kleines Ordnungsgeld bezahlen.“
„Maik“ ist nun in Sicherheit. Das Oldenburger Tierheim versucht, ein liebevolles Zuhause für den armen Hund zu finden. Sein Schicksal habe viele Tierfreunde gerührt, sagt Ellen Hibbeler. Es seien zahlreiche Spenden für die Behandlung eingegangen.
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