70 Millionen für Hansa-Gruppe
Pflegeheime Mitarbeiter verzichten auf Weihnachtsgeld – 1600 Stellen sind sicher
von Frank Jungbluth
Oldenburg - Fast neun Monate mussten die 1600 Beschäftigten der Oldenburger Hansa-Gruppe bangen. Jetzt ist klar: Das Unternehmen, das 18 Pflegeheime zwischen Bremerhaven und Menden in NRW betreibt, wird für rund 70 Millionen Euro von der Hamburger „Profunda Vermögensverwaltung“ übernommen, wie Insolvenzverwalter Edgar Grönda aus Bremen im Gespräch mit dieser Zeitung bestätigt.
Für 600 Mitarbeiter, die vor allem in Oldenburg und im Nordwesten bei „Hansa“ arbeiten, bedeutet das Gehaltsverzicht. „Ein wesentlicher Punkt wird der grundsätzliche Verzicht auf Jahressonderzuwendungen bzw. Weihnachtsgeld sein, für die weder derzeit noch mittelfristig der notwendige wirtschaftliche Spielraum besteht. Auch wir sehen keine Alternative zu diesem Schritt, ohne den Bestand der Hansa-Betriebe zu gefährden“, schreibt Marcus H. Schiermann, Geschäftsführer der „Profunda“, in einem Brief an die Mitarbeiter. Die wurden vor wenigen Tagen in Betriebsversammlungen über die Absichten informiert.
Insolvenzverwalter Edgar Grönda sagt dazu: „Wir haben in den letzten Monaten Basiszahlen erhoben, die zeigen, dass der laufende Verlust der Gesamtgruppe höher ist, als man das den ursprünglichen Planungen zu Grunde gelegt hat. Dieses Loch musste gestopft werden. Wir haben mit den wichtigsten Gläubigergruppen erneut verhandeln müssen, um somit den Neustart der Gruppe noch schaffen zu können.“
Grönda betont, dass nur so alle 1600 Arbeitsplätze erhalten werden könnten. „Es wird die gesamte Gruppe gerettet. Wir verlieren keinen einzigen weiteren Arbeitsplatz. Das wäre anders gelaufen, wenn die Gruppe zerschlagen worden wäre. Dann hätten wir sicher die heute 50 Arbeitsplätze in der Oldenburger Verwaltung verloren.“
„Profunda“ will die Hansa-Gruppe als dritten Pflegekonzern neben „Immac“ und Meritus“ in der Gesellschaft bilden. Er soll „Hansa-Holding“ heißen. Profunda-Geschäftsführer Schiermann verspricht, keinen der jetzigen Oldenburger Standorte zu schließen.
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