Polizei räumt besetztes Haus am Oldenburger Theaterwall
Die Polizei räumte am Montagmittag das besetzte Haus am Theaterwall in Oldenburg. Bild: Torsten von Reeken 
Oldenburg - Die Polizei hat am Montagmittag das von Autonomen besetzte Haus am Theaterwall in Oldenburg geräumt. Rund 50 Polizeikräfte hatten sich vor dem Haus versammelt. Die Beamten schlugen Fensterscheiben ein und stürmten das Gebäude. Da zuvor einige Besetzer das Haus freiwillig geräumt hatten, wurden nur noch zwei Autonome in den Räumen vorgefunden. Sie wurden zum Feststellen ihrer Personalen mitgenommen.
Eine Gruppe Autonomer hatte am Sonnabend um 3.30 Uhr das seit Jahren leerstehendes Haus besetzt. Am Sonntagmittag waren zeitweise gleichzeitig drei Männer und eine Frau zu sehen, die es sich auf dem Balkon des Hauses gemütlich gemacht hatten. Angaben eines Besetzers zufolge gibt es in dem Haus weder eine Strom- noch Wasserversorgung. Der Zugang erfolgte, wie zu sehen war, offenbar über ein Fenster im Erdgeschoss.
Bereits im Oktober 2009 (Osterstraße) und im Verlauf der autonomen Mai-Demonstration im vergangenen Jahr (Amalienstraße) waren Häuser in Oldenburg besetzt und später von Einheiten der Polizei geräumt worden. Am Theaterwall planen die Besetzer ein kulturelles und selbstverwaltetes Wohnprojekt, wie sie auf Flugblättern mitteilen.
Die Hausbesetzer sehen ihre Aktion als Protest gegen den Mangel preiswerten Wohnraums in der Stadt und den Verfall vieler Häuser, wie beispielsweise das Wall-Kinocenter.
Solange Hausbesitzer mit ihrem Haus machen können, was sie wollen, ohne Rücksicht auf das Stadtbild zu nehmen, werden Verhältnisse wie am Heiligengeistwall (Stichwort Wallkino) an der Tagesordnung bleiben.
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