OLDENBURG, 9. Juni 2011


Offene Ohren für die Kollegen

Hörforscher 75 internationale Spezialisten tagen drei Tage im Nordwesten


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Im Haus des Hörens (von links): Patrick Boyle (Advanced Bionics), Dirk Schneider (Fraunhofer IDTM), Birger Kollmeier (Hör-Tech) am Projekt „Hörunterstützung im Telefon“ BILD: Helmerichs  Bild vergrößern

Das Zentrum in Oldenburg ist das größte weltweit. Die Bandbreite der Arbeit reicht von Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung ganzer Produkte.

von Norbert Wahn

Oldenburg - Oldenburg genießt auf dem Gebiet der Hörforschung national und international einen einzigartigen Ruf. Ob assistive Technologien, raumakustische Lösungen für besseres Hören oder Sprachtests und Hightech-Verfahren zur Diagnose von Hörbeeinträchtigungen – in Oldenburg arbeiten mehr als 150 Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Disziplinen daran, die Vision „Hören für alle: Alle Menschen, alle Situationen und alle Branchen“ Wirklichkeit werden zu lassen.

Regelmäßig kommen zu unterschiedlichsten Veranstaltungen Spezialisten aus der ganzen Welt in den Nordwesten, um sich bei interdisziplinären Begegnungen vor Ort über die Forschungslage und topaktuelle Erkenntnisse zu informieren. Alle zwei Jahre findet in Oldenburg ein Hörgeräte-Entwickler-Forum statt, bei man sich seit 2003 bisher ausschließlich mit Vertreten der Industrie traf. Aus Reihen der Wissenschaftler kam aber die Anregung, bereits einen Tag zuvor sich intern auszutauschen.

Dieses Treffen fand am Mittwoch statt. Natürlich wollten die Wissenschaftler aus erster Hand das Neueste aus dem Bereich der Hörforschung und über Arbeitsmethoden an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erfahren. Prof. Dr. Birger Kollmeier, wissenschaftlicher Leiter der Hör-Tech gGmbH und der Abteilung Medizinische Physik der Universität Oldenburg, berichtete denn auch, woran man gerade arbeite. Dabei geht es zum einen um eine drahtlose Verbindung von zwei digitalen Hörgeräten – also für Menschen, die links und rechts ein Hörgerät tragen. Zum anderen bestehe die Herausforderung darin, Rückkoppelungen und Störgeräusche zu unterdrücken.

Um die Arbeit der Oldenburger Hörforscher zu verdeutlichen, wurden die Gäste an elf verschiedene Arbeitsstationen geführt: im Hörzentrum, bei Hör-Tech, im Haus des Hörens, im Fraunhofer-Institut. Dabei geht es von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung ganzer Produkte – in erster Linie Hörgeräte.

Angesprochen wurde Kollmeier auch darauf, dass die Oldenburger Hörforscher als einziges niedersächsisches Projekt („Hearing 4 all“) den Sprung in die Endrunde des Exzellenzcluster-Wettbewerbs geschafft haben. Bis zum Dezember bleibt den Wissenschaftlern Zeit, ihren Vollantrag dazu zu stellen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, versicherte Kollmeier. Die Kollegen aus dem Ausland werden die Daumen drücken.

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