Neue Methoden und Erkenntnisse rund um Hörforschung
FRAGE: Herr Kollmeier, das Kompetenzzentrum Hörtech wurde vor zehn Jahren gegründet. Was war der Anlass?
KOLLMEIER: Die Gründung ist eine Konsequenz aus dem Wettbewerb „Kompetenzzentren in der Medizintechnik“ des Bundesforschungsministeriums. Wir waren 1999 als einziger Standort ohne eigene medizinische Fakultät in die engere Auswahl gekommen. Wir waren froh und stolz, dass wir diesen Zuschlag bekamen. Es gab eine Anschubfinanzierung vom Bund in Höhe von 7,5 Millionen DM über fünf Jahre. Aber auch das Land hat kräftig mitgeholfen. Dadurch wurde beispielsweise das Haus des Hörens teilfinanziert.
FRAGE: Was ist Sinn und Zweck von Hörtech, wo liegen die Schwerpunkte?
KOLLMEIER: Zweck des Kompetenzzentrums für Hörgerätesystematik ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung und die Gewinnung neuer Methoden und Erkenntnisse rund um die angewandte Hörforschung. Eines der großen Themen ist die Hördiagnostik. Also: Wie kann man möglichst effizient und in Bezug auf die Verbesserung des Hörvermögens die Schwerhörigkeit erfassen? Dazu haben wir viele Sprachtestverfahren wie zum Beispiel den Oldenburger Satztest entwickelt – auch für eine Reihe von anderen Sprachen. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Hörgeräte-Entwicklung. Da haben wir mit Partnern viele Prototypen, aber auch kommerzielle Lösungen umgesetzt und leiten die Konferenz der Entwicklungschefs der sechs weltweit größten Hersteller. Ein dritter Schwerpunkt ist die Früherkennung von Schwerhörigkeit.
FRAGE: Das zehnjährige Bestehen wird sicherlich gefeiert. Was haben Sie vor?
KOLLMEIER: Wir haben am Donnerstag die offizielle Feier mit Wissenschaftsministerin Prof. Johanna Wanka. Am Sonnabend gibt es einen Tag der offenen Tür im Haus des Hörens an der Marie-Curie-Straße 2 in Oldenburg. Von 12 bis 18 Uhr gibt es akustische Erlebnisse, den Hörgarten, Hörtests und spannende Mitmachaktionen. Das wird eine spannende Abwechslung von Information und Unterhaltung.
Dr. Dr. Birger Kollmeier ist Professor am Institut für Physik der Universität Oldenburg. Der 53-Jährige ist zudem wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzzentrums Hörtech. In Oldenburg hat er ein umfangreiches Netzwerk von Hörforschungseinrichtungen initiiert.
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