„Jade Roboter“ animiert Ältere zu mehr Kommunikation
FRAGE: Herr Wallhoff, Sie haben vor einem Monat den „Jade Roboter“ angeschafft. . .
WALLHOFF: Der Begriff „Roboter“ ist so negativ belegt. Wir sagen lieber Alltagsassistent oder Computer auf Rädern. Von der Form her ist das eine Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Figur mit einer Höhe von 1,55 Metern. Am Kopf befindet sich eine Plastikkuppel, in die „Augen“ eingelassen sind.
FRAGE: Was kann der Computer?
WALLHOFF: Wenn die Technologie fertig entwickelt ist, soll das Gerät älteren Leuten die Kommunikation erleichtern. Wenn es zum Beispiel merkt, dass eine Person lethargisch in der Ecke sitzt, schlägt es vor, ein Telefongespräch zu führen. An diesen Programmen wird zur Zeit und bald auch mit Studenten gearbeitet. Der Nutzer muss den Begriff „Skype“ gar nicht kennen – die Maschine startet dann automatisch eine Video-Verbindung zu einer gewünschten Person. Auch an die Tabletteneinnahme erinnert der Computer oder daran, genug zu trinken. Das ganze läuft unter einem internationalen Projekt mit dem Namen „ALIAS – der adaptierbare Alltagsassistent“ und dabei ist die Bedienbarkeit ein ganz wesentlicher Punkt. Man muss keine Anleitung lesen, sondern redet ganz normal mit dem Computer.
FRAGE: Glauben Sie nicht, dass viele ältere Menschen Schwierigkeiten damit haben werden, sich auf einen Computer einzustellen?
WALLHOFF: Man ist ja nicht alt und alles bleibt für immer gleich. Der Computer wird so konzipiert sein, dass er sich über die Jahre dem Nutzer anpasst. Wenn es dann zum Beispiel mit der Sprache oder der Sicht nicht mehr funktioniert, kommt er näher heran und hat eine größere Schrift auf dem Bildschirm oder er kann die Post einscannen und vorlesen. Aber da sind wir noch in der Grundlagenforschung. Die ersten Prototypen werden in vier Jahren erwartet, aber bis der Handel die Geräte verkauft, wird es eine Weile dauern. Noch kostet der Jade Roboter 35 000 Euro.
FRAGE: Wie finden Sie heraus, welche Bedürfnisse Menschen im Alter haben?
WALLHOFF: Im nächsten Semester kooperieren wir mit dem Bezirksverband Oldenburg, dann treffen wir uns beispielsweise im Gertrudenheim und befragen die Leute, was sie sich wünschen.
Prof. Dr. Frank Wallhoff unterrichtet den Studiengang „Assistive Technologien“ an der Jade-Hochschule und ist Koordinator des internationalen Projekts „Alias“ für Roboter, die älteren Menschen das Leben erleichtern sollen.
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