Experten fordern Tempo 80 auf Oldenburger Autobahnring
Oldenburg - Oldenburgs Autobahnring im Jahr 2020: Man kommt im dichten Verkehr gut voran, aber nicht schnell. Tempo-80-Schilder überall an der A 28, A 293 und A 29 schränken die Geschwindigkeit gegenüber heute (80 km/h am Westkreuz, sonst 100 oder unbegrenzt) ein.
Ein Szenario, das Realität werden könnte, wenn eine der Maßnahmen des „Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes 2020“ umgesetzt würde. Dieses Konzept ist vom Bremer Energie-Institut, der BEKS Energieeffizienz GmbH und dem Bremer Büro für Verkehrsökologie erarbeitet worden und wird am 13. Oktober im Umweltausschuss (17 Uhr, Altes Rathaus) vorgestellt.
Mit Hilfe vieler Maßnahmen und Aktionen will Oldenburg erreichen, dass die CO-Emissionen um mindestens 40 Prozent sinken gegenüber dem „Basisjahr“ 1990. Alle Bereiche standen auf dem Prüfstand bei Energie und Verkehr: kommunale Gebäude, private Haushalte, Gewerbe, Industrie.
In diesem Zusammenhang taucht das Tempolimit auf allen Stadtautobahnen auf. Die Verwaltung ist beim Effekt dieses Vorschlags durchaus positiv gestimmt, sieht aber auch Hinderungsgründe. Möglich sei ein „unmittelbarer Klimaschutzeffekt“ und ein voraussichtlich geringer Aufwand. Die Umsetzung der Maßnahme könnte sich allerdings als schwierig erweisen: Die Akzeptanz der Autofahrer von Tempo 80 vor allem auf der A 29 sei ebenso problematisch wie der Einfluss der Stadt. Tempolimits auf Autobahnen sind Ländersache.
Die Experten, die den CO -Ausstoß in Oldenburg zwischen 1990 und 2008 mit 971 000 Tonnen kaum verändert sehen, empfehlen über 110 Einzelmaßnahmen, um dem erhofften Ziel schnell näher zu kommen. Vorgeschlagen werden u.a. eine neutrale Klimaschutzzentrale oder ein Passivhausstandard für städtische Neubauten. In privaten Haushalten sollen nachhaltige Sanierungen prämiert und eine Heizungserneuerungskampagne initiiert werden.
Beim Verkehr sollen u.a. Car-Sharing oder Bio-Erdgas-Busse unterstützt werden. Ampelschaltungen sollen sich an Radfahrern orientieren.
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