Garantiepreis gäbe uns Fischern mehr Sicherheit
FRAGE: Herr Ihnken, hinter den Krabbenfischern liegt ein hartes Jahr. Wie sehen Sie die Zukunft ihres Berufsstandes?
IHNKEN: Ich sehe das nicht schlecht, es geht jetzt nicht alles den Bach runter. Die Preise, die wir erzielen, sind zum Glück wieder gestiegen. Wenn man sich das Jahr anschaut: Erst waren die Preise schlecht, dann haben wir mehrere Wochen gestreikt. Danach stiegen die Preise wieder einigermaßen mit der Option, zehn Cent pro Kilo und Woche mehr zu erhalten – bei 1500 Kilo pro Schiff. Der Handel hat die Mengen dann so aufgenommen wie sie kamen. Mit der Folge, dass die Preise wieder in den Keller gingen. Normalerweise ist zum 1. Dezember Schluss mit der Fangsaison. Die großen Schiffe kamen aber noch raus – und schon ist der Preis wieder bei drei Euro.
FRAGE: Jetzt überlegen die drei deutschen Erzeugergemeinschaften, sich zu einer großen zusammenzuschließen. Wie bewerten Sie das?
IHNKEN: Ich finde das sehr gut. Nur müssten dann auch alle mitmachen. Man sollte jetzt auch fairerweise auf den Handel zugehen. Der Handel hat ebenfalls investiert und sollte deshalb mit berücksichtigt werden. Vielleicht müsste auch der Handel mal den Sprung wagen und auf die Fischer zugehen. Es hat ja in der Vergangenheit Bestrebungen des Handels gegeben, mit Fischern Verträge abzuschließen. Aber zum Minimalpreis von 1,50 Euro pro Kilo. Und das geht nicht. Man kann für 1,50 Euro nicht fahren – oder man ist rund um die Uhr unterwegs.
FRAGE: Was meinen Sie, müsste der Handel bieten?
IHNKEN: Gespräche mit dem Handel wären meiner Meinung nach nicht schlecht. Wenn Sie dann ein Angebot machten mit einem Garantiepreis für die nächsten fünf Jahre von drei Euro, dann gäbe uns das Sicherheit. Wir müssen doch auch die Kosten für Schiff, Treibstoff und Löhne hereinbekommen.
FRAGE: Mangelt es denn an Kundeninteresse für die Krabben?
IHNKEN: Nein, überhaupt nicht. Die Menge wird ja auch der Nachfrage entsprechend gefangen. Es muss nur ordentlich dafür bezahlt werden.
Günter Ihnken ist Krabbenfischer aus Horumersiel. Er ist noch einer von vier Fischern an der Jade. Ihnken gehört der Erzeugergemeinschaft der Küstenfischer im Weser-Ems-Gebiet mit Sitz in Oldenburg als Mitglied an.
@ Infos unter http://www.ditzum-hafen.de
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