2. Januar 2012


Gravierende Nachteile für Eierproduzenten in Region


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von Anna Zacharias

FRAGE: Herr Hoffrogge, ab 2012 gilt in der EU ein Verbot der herkömmlichen Legebatterien. Wie gestaltet sich die Situation in der Region?
HOFFROGGE: In Deutschland ist diese Umstellung seit zwei Jahren abgeschlossen. Damit gibt es seit Anfang 2010 mit der endgültigen Abschaffung der konventionellen Käfighaltung nur noch tiergerechte Haltungsformen für Legehennen. Dies darf durchaus als großartige Leistung der deutschen Geflügelwirtschaft bewertet werden. In anderen Ländern der EU ist das in dieser Form leider nicht passiert. Meines Wissens sind es 15 Länder, die der Verpflichtung der Abschaffung der konventionellen Käfighaltung nicht in vollem Umfang nachgekommen sind. Der letzte Termin war der 31. Dezember 2011. Von den 350 Millionen Legehennen, die es in Europa gibt, werden zum Jahreswechsel noch etwa 100 Millionen in konventionellen Käfigen gehalten. Das ist ein unhaltbarer Zustand, den ich in schärfster Form kritisiere. Die Einfuhr der Eier aus illegalen Haltungen nach Deutschland kann nicht verhindert werden.

FRAGE: Welche Auswirkungen hat das auf die Produzenten in der Region?
HOFFROGGE: Diese Situation führt zu gravierenden Wettbewerbsnachteilen hiesiger Erzeuger, die nicht akzeptiert werden können. Die EU-Kommission ist gefordert, mit aller Härte gegen die säumigen Länder mit Vertragsverletzungsverfahren vorzugehen. Die Legehennenhalter in Niedersachsen haben es nicht verdient, durch das Fehlverhalten anderer EU-Länder Nachteile hinnehmen zu müssen.

FRAGE: Einigen Kritikern sind diese Standards noch immer zu niedrig. . .
HOFFROGGE: Es stimmt, die Kritik an den modernen Formen der Geflügelhaltung hat im letzten Jahr stark zugenommen. Es ist den Bürgern nur schwer vermittelbar, dass auch große Tierbestände ordnungsgemäß und tierschutzgerecht gehalten und betreut werden können. Die Geflügelhalter selbst haben das größte Interesse an einer tadellosen Haltung. Das Fehlverhalten Einzelner hat mich sehr geärgert, es darf aber nicht verallgemeinert werden. Wir werden uns als Verband um die Missstände kümmern. Das verspreche ich. Wir wollen in einer Öffentlichkeitskampagne Bürgern, Medien und allen Gesellschaftsgruppen die Geflügelhaltung näherbringen.

FRAGE: Wie sieht Ihre Prognose für 2012 aus?
HOFFROGGE: Die Rahmenbedingungen sind schwierig aber trotzdem glaube ich an ein gutes Jahr für die Geflügelwirtschaft in Niedersachsen. Eier und Geflügelfleisch stehen beim Verbraucher hoch im Kurs, sie werden auch in 2012 günstige Nahrungsmittel in hoher Qualität sein. Als Empfehlung für ein erfolgreiches Jahr 2012 wünsche ich mir von allen Verbrauchern: Achten Sie beim Einkauf auf die deutsche Herkunft.

Wilhelm Hoffrogge (69) ist Vorsitzender des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft. Mit seiner Familie bewirtschaftet er in Dötlingen einen Bauernhof in vierter Generation mit den Betriebsschwerpunkten Tierhaltung, Ackerbau und Alternative Energien.

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