Hatter Schule setzt auf Mini-Computer
Bildung Waldschule richtet erste elternfinanzierte iPad-Klasse in Niedersachsen ein
Die Zukunft in der Hand: Die Klasse 8aR der Waldschule wird als erste mit Tablet-Computern ausgestattet. Ramona und Nico (beide 14) durften das iPad schon testen, Lehrer Andreas Hofmann organisiert das Projekt. BILD: Christian Korte 
von Christian Korte
Sandkrug - Arbeit an mobilen Computern gehört in der Waldschule Hatten in vielen Klassen längst zum Alltag. Im Jahr 2010 richtete die Schule die erste Notebook-Klasse ein. Die Eltern schafften die Geräte für ihre Kinder an, Klassenräume wurden mit modernster Technik ausgestattet.
Klassenlehrer Andreas Hofmann übernahm mit seiner Klasse damals eine Vorreiterrolle in der Schule. Inzwischen gibt es weitere Klassen, die intensiv und über alle Fächer hinweg an verschiedenen Arten von mobilen Rechnern arbeiten. Jetzt geht die Schule den nächsten Schritt und startet die erste elternfinanzierte iPad-Klasse in Niedersachsen. Statt mit Notebooks oder den günstigen Netbooks wird die Klasse 8aR von Klassenlehrer Eyk Franz demnächst mit den Tablet-Computern des Herstellers Apple arbeiten.
Wie bisher die Notebooks werden die iPads über die Firma Mobiles Lernen beschafft, eine gemeinnützige GmbH. Sie werden über drei Jahre abbezahlt, sind versichert, mit einer erweiterten Garantie ausgestattet und werden bei einem Defekt schnell repariert oder ersetzt. Die Eltern werden 20 bis 24 Euro im Monat zahlen, ein Fonds ermöglicht es auch finanziell schwächeren Familien, die Kosten aufzubringen.
Die Organisation an der Schule hat wieder Andreas Hofmann übernommen, der von den Möglichkeiten der Tablets begeistert ist. „Die Geräte sind viel leichter, mit den Notebooks haben die Schüler echt viel zu schleppen. Man kann mobiler arbeiten und die Geräte sind vielseitiger“, erklärt der Lehrer. „Wenn ich im Englischunterricht Partnerinterviews machen lasse, können die Schüler das gleich mit der Kamera des iPad dokumentieren.“
Die Zahl der Programme, bei Tablet-Computern „App“ genannt, die speziell für den Einsatz im Bildungsbereich und an der Schule geschrieben wurden, explodiere derzeit geradezu. Auch Hersteller Apple fördere den Einsatz der Tablets an der Schule massiv.
Hofmann setzt außerdem darauf, dass die iPads weniger reparaturanfällig sind als Notebooks. „Es gibt keine Scharniere, keine Tasten, keine Laufwerke mit beweglichen Teilen. Die Geräte werden an der Schule immerhin unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen genutzt“, spielt Hofmann scherzhaft auf den nicht immer sanften Umgang mit den Geräten an.
Für den Lehrer ist diese erste iPad-Klasse auch ein Versuchsprojekt, das von einer genauen Dokumentation der Ergebnisse begleitet werden soll. Dabei will Hofmann erfassen, ob die Geräte wirklich den Anforderungen standhalten. Geklärt werden soll aber auch, wo der Einsatz der Tablets im Unterricht einen echten Mehrwert bringt und wo die Erwartungen an die moderne Technik vielleicht auch zu hoch gegriffen waren. Die Spannung an der Schule steigt, in vier Wochen sollen die Geräte geliefert werden.
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