BREMERHAVEN, 8. Februar 2012


Bremerhaven: Dirigenten-Frau kämpft für Befreiung ihres Mannes

Entführung Von 35-Jährigem fehlt in Mexiko jede Spur – Lösegeldzahlung – Ensemble in großer Sorge


Bremerhaven - Ludivine Cázares hat gute Nachrichten erhalten: Der Gouverneur des US-Bundesstaates Texas, der Republikaner Rick Perry, hat ihr Hilfe bei den Bemühungen zugesagt, ihren Ehemann Rodolfo zu retten. Von dem 35-jährigen Dirigenten aus Bremerhaven fehlt seit Monaten jede Spur, nachdem er im Juli des vergangenen Jahres in seiner mexikanischen Heimat entführt wurde. Auch sein Vater und sein Schwager sind spurlos verschwunden.

„Wir hoffen, dass wir Druck aufbauen können und wollen jede Möglichkeit nutzen“, sagt die Französin, die wie ihr Mann am Bremerhavener Stadttheater engagiert ist, am Dienstag. Sie selbst war ebenfalls Opfer der Entführung, kam aber nach wenigen Tagen frei. Erstmals bestätigt sie, dass direkt nach der Geiselnahme Lösegeld geflossen sei. Die Höhe nennt sie nicht. Insgesamt wurde viermal in zwei Wochen gezahlt.

Allerdings kennt sie inzwischen die Täter – Mitglieder eines mexikanischen Drogenkartells. „Sie wurden identifiziert und drei von ihnen auch festgenommen“, berichtet die zierliche Frau, die im Moment von einem Termin in den Botschaften und Ämtern zum nächsten eilt.

„Einer der Männer, der Boss der Gruppe, wurde in den USA festgenommen. Außerdem hat Rodolfo auch US-Bürger in der Familie“, berichtet sie. Daher hätten die USA wohl auch Interesse an einer Lösung der Entführung. Darüber hinaus signalisieren sowohl der Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) als auch das Außenministerium, auf inoffiziellen Wegen helfen zu wollen. „Unsere Absicht ist, alle möglichen Kanäle zu nutzen“, sagt Theaterintendant Ulrich Mokrusch, der inständig auf eine Freilassung Cázares hofft. „Daher muss der Druck der Öffentlichkeit größer werden.“

„Nächste Woche spreche ich mit den französischen Behörden“, berichtet Cázares. Sie selbst stammt aus Frankreich, ihr Ehemann hatte die französische Staatsbürgerschaft gerade beantragt – sie sollte in diesem Jahr erteilt werden. Das Problem: Da Rodolfo Cázares noch Mexikaner ist, kann kein Land offiziell intervenieren. Außerdem reagiert Mexiko empfindlich, wenn eine andere Nation es auf den brutalen Drogenkrieg anspricht, der seit Jahren tobt und schon Zehntausende Opfer gefordert hat.

ANZEIGE

Kraft gibt Cázares, dass sie in Bremerhaven und darüber hinaus viel Unterstützung erfahren hat. So seien auch Spenden gekommen, die Cázares helfen, die hohen Fahrtkosten zu tragen, die für ihre Besuche bei den Diplomaten anfallen. „Ich glaube, dass wir es schaffen“, sagt sie sich.






WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Großrazzia im Betonwerk

24.05.2012 - Rund 250 Beamte von Polizei und Zoll, darunter etliche Hundeführer, haben am Mittwochmorgen in Absprache mit der Oldenburger Staatsanwaltschaft an der Hafenstraße in Jeddeloh II die Produktions- und Geschäftsräume der Firma Stahl und Beton Hupasch (SBH) durchsucht.mehr

Wenn der Schmerz niemals vergeht

24.05.2012 - Irgendwann konnte Bernd W. einfach nicht mehr. Konnte nicht mehr den Fernseher einschalten und hören, dass wieder ein Kind missbraucht wurde. Und schweigen. Noch immer, nachdem er jahrzehntelang geschwiegen hatte.mehr

Werben um gute Nachbarschaft

24.05.2012 - Mit guten Vorsätzen will Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) an Donnerstag erstmals in die Niederlande reisen. „Die guten Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden ausbauen“, lautet das Motto der Fahrt zu den Nachbarn in der Provinz Groningen.mehr

SPD: Minister Bode hat beim Bau des Jade-Ports versagt

24.05.2012 - Die SPD hat Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) vor seinem heutigen Besuch am Jade-Weser-Port scharf angegriffen. SPD-Landesvize Olaf Lies (Sande) warf Bode am Mittwoch vor, beim Bau des Tiefwasserhafens versagt zu haben.mehr

Dieb bringt Beute zurück

24.05.2012 - Erst war er weg, jetzt ist er wieder da: Nerven gekostet hat einen Friesoyther ein aus seinem Vorgarten entwendetes Zierbäumchen im Wert von 300 Euro. In der Nacht auf Sonntag hatte ein 28-Jähriger die 1,70 Meter lange Pflanze ausgegraben und bei sich im Beet eingesetzt.mehr

Anzeige
Umfrage

Steigt Fortuna Düsseldorf nach den Ausschreitungen beim Relegationsspiel zu Recht in die Fußball-Bundesliga auf?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
23 °C
10 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat