Bremerhaven: Dirigenten-Frau kämpft für Befreiung ihres Mannes
Entführung Von 35-Jährigem fehlt in Mexiko jede Spur – Lösegeldzahlung – Ensemble in großer Sorge
Bremerhaven - Ludivine Cázares hat gute Nachrichten erhalten: Der Gouverneur des US-Bundesstaates Texas, der Republikaner Rick Perry, hat ihr Hilfe bei den Bemühungen zugesagt, ihren Ehemann Rodolfo zu retten. Von dem 35-jährigen Dirigenten aus Bremerhaven fehlt seit Monaten jede Spur, nachdem er im Juli des vergangenen Jahres in seiner mexikanischen Heimat entführt wurde. Auch sein Vater und sein Schwager sind spurlos verschwunden.
„Wir hoffen, dass wir Druck aufbauen können und wollen jede Möglichkeit nutzen“, sagt die Französin, die wie ihr Mann am Bremerhavener Stadttheater engagiert ist, am Dienstag. Sie selbst war ebenfalls Opfer der Entführung, kam aber nach wenigen Tagen frei. Erstmals bestätigt sie, dass direkt nach der Geiselnahme Lösegeld geflossen sei. Die Höhe nennt sie nicht. Insgesamt wurde viermal in zwei Wochen gezahlt.
Allerdings kennt sie inzwischen die Täter – Mitglieder eines mexikanischen Drogenkartells. „Sie wurden identifiziert und drei von ihnen auch festgenommen“, berichtet die zierliche Frau, die im Moment von einem Termin in den Botschaften und Ämtern zum nächsten eilt.
„Einer der Männer, der Boss der Gruppe, wurde in den USA festgenommen. Außerdem hat Rodolfo auch US-Bürger in der Familie“, berichtet sie. Daher hätten die USA wohl auch Interesse an einer Lösung der Entführung. Darüber hinaus signalisieren sowohl der Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) als auch das Außenministerium, auf inoffiziellen Wegen helfen zu wollen. „Unsere Absicht ist, alle möglichen Kanäle zu nutzen“, sagt Theaterintendant Ulrich Mokrusch, der inständig auf eine Freilassung Cázares hofft. „Daher muss der Druck der Öffentlichkeit größer werden.“
„Nächste Woche spreche ich mit den französischen Behörden“, berichtet Cázares. Sie selbst stammt aus Frankreich, ihr Ehemann hatte die französische Staatsbürgerschaft gerade beantragt – sie sollte in diesem Jahr erteilt werden. Das Problem: Da Rodolfo Cázares noch Mexikaner ist, kann kein Land offiziell intervenieren. Außerdem reagiert Mexiko empfindlich, wenn eine andere Nation es auf den brutalen Drogenkrieg anspricht, der seit Jahren tobt und schon Zehntausende Opfer gefordert hat.
Kraft gibt Cázares, dass sie in Bremerhaven und darüber hinaus viel Unterstützung erfahren hat. So seien auch Spenden gekommen, die Cázares helfen, die hohen Fahrtkosten zu tragen, die für ihre Besuche bei den Diplomaten anfallen. „Ich glaube, dass wir es schaffen“, sagt sie sich.
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