Problem sind Ostwind und zu wenig Wasser in Fahrrinne
FRAGE: Herr Kohls, wie ist das Leben derzeit angesichts des Wetters auf Wangerooge?
KOHLS: Bei strahlendem Sonnenschein, Minustemperaturen ist das eigentlich ein ganz normales Leben. Die wenigen Touristen, die derzeit auf der Insel sind, fühlen sich wohl. Auch die Wangerooger haben derzeit keine großen Sorgen. Man kann noch alles an Lebensmitteln bekommen, was man benötigt. Frischgüter werden eingeflogen. Wenn die Wetterlage allerdings noch länger anhalten sollte, dann wird man nicht mehr alles mit dem Flugzeug einfliegen können. Dann müsste man versuchen, ein Versorgungsschiff vom Festland – egal von welchem Standort aus – einzusetzen.
FRAGE: Haben Sie eine solche Notlage schon einmal erlebt?
KOHLS: Ich bin jetzt 15 Jahre auf der Insel, so habe ich das noch nicht erlebt. Natürlich gab es hier schon kalte Winter mit bis zu zwei Wochen anhaltendem Frost. Das Problem ist, dass wir eine Ostwindlage und wenig Wasser im Wattenmeer haben. Bei dieser Windlage ist ganz, ganz wenig Wasser in der Fahrrinne.
FRAGE: Gibt es derzeit Einschränkungen, mit denen die Insulaner leben müssen?
KOHLS: Nein, das ist alles ganz normal, angefangen vom Schulunterricht bis hin zur Verwaltung.
FRAGE: Großartige Wetteränderung ist allerdings nicht in Sicht.
KOHLS: Nein, die Temperaturen sollen in Gefrierpunktnähe bleiben. Und selbst, wenn wir ein oder zwei Tage mit einem Grad im Plus sein sollten, haben wir keine anderen Verhältnisse im Wattenmeer. Die Prognosen deuten darauf hin, dass wir mehr oder weniger im Minusbereich bleiben werden. Ändern müsste sich auch die Windrichtung. Man kann jetzt nur abwarten. Allerdings hoffen wir darauf, dass der Schiffs- und Inseldienst eine Versorgungsfahrt vom Festland regeln kann.
FRAGE: Wie steht es denn um den Tourismus: Sind das derzeit im Vergleich zum Zeitraum der Vorjahre weniger Urlauber?
KOHLS: Wir haben um diese Zeit immer relativ wenige Touristen. Das sind nur wenige Hundert Gäste derzeit. Auch für sie ist die Versorgung 100 Prozent gewährleistet.
Holger Kohls ist Bürgermeister der Insel Wangerooge. Dort können seit Tagen keine Fähren mehr anlegen und neuen Proviant mitbringen. Die Versorgung von Insulanern und Touristen mit frischen Waren erfolgt auf dem Luftweg.
@ Infos unter http://www.wangerooge.de
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