Im Religionsunterricht dürfen Muslime kritische Fragen stellen
FRAGE: Herr Ceylan, warum entsteht das bundesweit größte Institut für Islamische Theologie gerade an der Universität Osnabrück?
CEYLAN: Dafür gibt es gute Gründe: Bereits seit über zehn Jahren wird an dem Aufbau der Strukturen gearbeitet. Das Ziel war, einen flächendeckenden islamischen Religionsunterricht einzuführen. Außerdem hatten wir die Idee, die Moscheen zu erreichen. Bei 900 000 muslimischen Schülern im Bildungssystem gibt es einen massiven Bedarf an Religionslehrern. Wir hatten im Endeffekt einen Antrag von über 400 Seiten, auf den wir beim Bundesforschungsministerium eine sehr positive Rückmeldung bekommen haben. Wir waren auch der erste Standort in Deutschland, der Lehrpläne gemeinsam mit muslimischen Theologen, aber auch mit der Beratung seitens der christlichen Theologie entwickelt hat. Es gibt bei uns auch schon Seminare, die christliche und muslimische Religionspädagogen zusammenbringen, der Austausch ist uns wichtig.
FRAGE: Bekenntnisorientierter Religionsunterricht soll einen Beitrag zur Integration liefern. Können Sie das erklären?
CEYLAN: Muslimische Kinder haben sich in unserem Bildungssystem bisher nicht wiedergefunden. Es gab keine Angebote für islamischen Religionsunterricht, trotz der großen Nachfrage. Während christliche Kinder Religionsunterricht hatten, hatten muslimische Kinder muttersprachlichen Unterricht oder eine Freistunde. Dann gab es zum Teil stockkonservative Lehrer oder Lehrer, die mit Religion nichts zu tun hatten. Integration verläuft über Partizipation und Normalität.
FRAGE: Welche Art von Unterricht befürworten Sie?
CEYLAN: Man braucht eine religiöse Grundbildung, um sich überhaupt mit anderen Denkweisen auseinandersetzen zu können. Wir sehen den Religionsunterricht nicht als Indoktrination. Die Jugendlichen sollen einen freien Raum haben, um auch kritische Meinungen zu äußern. Das können sie in der Moschee nicht. In der Schule soll gedacht und reflektiert werden. Wertevermittlung ist uns ebenso wichtig wie Sprachfähigkeit und Religionsmündigkeit.
Prof. Dr. Rauf Ceylan (35) ist Professor für Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Islamische Religionspädagogik. In Osnabrück steht das Institut für Islamische Theologie in den Startlöchern. Religionslehrer und Imame sollen ausgebildet werden.
- Rund 250 Beamte von Polizei und Zoll, darunter etliche Hundeführer, haben am Mittwochmorgen in Absprache mit der Oldenburger Staatsanwaltschaft an der Hafenstraße in Jeddeloh II die Produktions- und Geschäftsräume der Firma Stahl und Beton Hupasch (SBH) durchsucht.mehr
- Irgendwann konnte Bernd W. einfach nicht mehr. Konnte nicht mehr den Fernseher einschalten und hören, dass wieder ein Kind missbraucht wurde. Und schweigen. Noch immer, nachdem er jahrzehntelang geschwiegen hatte.mehr
- Mit guten Vorsätzen will Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) an Donnerstag erstmals in die Niederlande reisen. „Die guten Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden ausbauen“, lautet das Motto der Fahrt zu den Nachbarn in der Provinz Groningen.mehr
- Die SPD hat Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) vor seinem heutigen Besuch am Jade-Weser-Port scharf angegriffen. SPD-Landesvize Olaf Lies (Sande) warf Bode am Mittwoch vor, beim Bau des Tiefwasserhafens versagt zu haben.mehr
- Erst war er weg, jetzt ist er wieder da: Nerven gekostet hat einen Friesoyther ein aus seinem Vorgarten entwendetes Zierbäumchen im Wert von 300 Euro. In der Nacht auf Sonntag hatte ein 28-Jähriger die 1,70 Meter lange Pflanze ausgegraben und bei sich im Beet eingesetzt.mehr



