OLDENBURG, 9. Februar 2012


Oldenburg: Viele fahren nicht auf Winterreifen ab

Stichprobe 319 Fahrzeuge überprüft – Rund 13,5 Prozent mit Sommerreifen unterwegs


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Sommerlich im Winter unterwegs: Ein falsch bereifter Wagen auf einem Innenstadt-Parkplatz. BILD: Torsten von Reeken  Bild vergrößern

Pendler aus dem Umland sind überwiegend mit Winterreifen unterwegs. Polizei plant keine Großkontrollen.

von Jasper Rittner

Oldenburg - Lange sah es aus, als würde der Winter in diesem Jahr nicht stattfinden. Doch nun ist er mit Macht zurückgekehrt – und damit die Frage nach Winterreifen. Die sind bei arktischen Temperaturen zwar Pflicht. Doch viele Autofahrer sind trotzdem mit Sommerreifen unterwegs.

Auf den Innenstadtparkplätzen und in Parkhäusern hat die NWZ  die Stichprobe gemacht. Ergebnis: 13,5 Prozent der geparkten Autos waren auf Sommerreifen in die Stadt gerollt. In Zahlen sieht das so aus: Von 319 Autos hatten nur 276 Winterreifen aufgezogen.

Die meisten Winterreifenmuffel kamen aus Oldenburg. Das verwundert nicht. Denn wer Pendler oder Vielfahrer ist, für den gilt sehr oft die Doppel-O-Regel. Winterreifen fährt man von Oktober bis Ostern. In Zahlen sah das beim Test so aus: Von den 319 überprüften Autos hatten 176 ein Stadt-Oldenburger Nummernschild. 145 waren winterbereift, 31 mit Sommerreifen unterwegs – das sind mehr als 20 Prozent. Von den 43 Landkreis-OL-Fahrzeugen hatten nur zwei Sommerreifen, von den 13 Cloppenburgern nur einer. Und die Friesländer waren allesamt richtig bereift. Die Wesermärscher leisteten sich hingegen eine recht hohe Quote an Winterreifenverweigerern. Von 25 Fahrzeugen waren neun falsch bereift. Erfreulich aber auch, dass alle anderen Auswärtigen – von Ostfriesland bis Bayern komplett mit Winterreifen nach Oldenburg gefahren waren.

Bei den innerhalb von eineinhalb Stunden entdeckten 43 Winterreifenmuffeln hätte die Polizei theoretisch ein gutes Geschäft machen können (Bußgelder siehe Kasten). Doch derartige Kontrollen sind in Oldenburg derzeit kein Thema. „Wir schauen da nicht gezielt nach“, sagt Polizeisprecher Markus Scharf.

Wenn allerdings eine konkrete Gefährdung oder Behinderung vorliegt, schreitet die Polizei ein. „Wenn ein Auto zum Beispiel auf einer Autobahnauffahrt quer steht, ist das natürlich ein Thema für uns“, sagt Scharf. Das gilt auch für Unfälle. Falsche Reifen werden protokolliert und damit erfährt die Versicherung davon. „Uns ist aus dem letzten Winter aber kein Fall bekannt, wo es schwerwiegende Probleme bei der Schadensregulierung gegeben hätte“, sagt Scharf.

Apropos letzter Winter: Da hatte die NWZ  ebenfalls eine Reifenstichprobe gemacht. Das Ergebnis unterscheidet sich nur leicht. Von 298 Autos hatten 32 Sommerreifen aufgezogen – eine Quote von zwölf Prozent.

So teuer sind falsch Winterreifen

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Seit Änderung der Straßenverkehrsordnung im Dezember 2010 müssen Autofahrer eine den Witterungsverhältnissen „geeignete“ Bereifung aufziehen. Wo und in welchem Zeitraum Winterreifen gefahren werden müssen ist jedoch nicht eindeutig geklärt.

Wer mit falscher Bereifung angehalten wird (ein geparktes Auto bleibt straffrei) muss mit 40 Euro Bußgeld rechnen. Wer den Verkehr behindert, weil er sich z.B. auf einer Straße quer stellt oder in den Graben rutscht, ist mit 80 Euro und einem Punkt dabei.

Noch teurer kann es werden, wenn ein Unfall passiert. Falsche Bereifung kann den Versicherungsschutz gefährden.

Winterreifen erkennt man am Schneeflocken-Zeichen auf der Reifenseite. Auch M+S-Reifen (Matsch und Schnee) gelten als wintertauglich. Die immer beliebter werdenden Ganzjahresreifen haben in der Regel eine M+S-Kennzeichnung. Auch wenn es nicht schneit haben Winterreifen bei kalten Temperaturen wegen ihrer Gummimischung einen besseren Grip.






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