Spektakuläres Verfahren in Oldenburg: Freispruch – bis zur nächsten Instanz
Strafprozess Keine ausreichenden Indizien für Verurteilung wegen Vortäuschens von Straftaten
von Franz-Josef Höffmann
Oldenburg - Mit einem Freispruch von allen Vorwürfen ist am Mittwoch vor dem Amtsgericht ein spektakuläres Verfahren gegen eine 43 Jahre alte Frau zu Ende gegangen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihr Vortäuschen von Straftaten in 21 Fällen vorgeworfen. „Die Indizien haben uns nicht ausgereicht“, begründete Richterin Dr. Melanie Bitter das Urteil.
Im Verlauf des Prozesses waren 22 Zeugen vernommen und etliche Urkunden verlesen worden. Laut Anklage soll die 43-Jährige sich selbst als Opfer inszeniert und zusätzlich ihre Nachbarschaft drangsaliert haben. Brandanschläge auf Holzschuppen und Garagen sowie Farbanschläge auf Autos hatten sich gehäuft. Auch im Haus und im Garten der Angeklagten war es angeblich zu etlichen Schäden gekommen. Stets sollte ein unbekannter Täter dafür verantwortlich gewesen sein.
Die Frau hatte behauptet, Drohbriefe erhalten zu haben. Sie will auch von einem Sextäter attackiert worden sein. Die Polizei hatte schließlich vor dem Haus des vermeintlichen Opfers eine versteckte Kamera installiert, um den großen Unbekannten zu überführen. Es tat sich aber nichts. So geriet die 43-Jährige selbst ins Visier der Ermittler. Für einige Taten habe die Angeklagte ein Alibi nachweisen können, sagte gestern die Richterin.
Das Gericht konnte aber auch kein Motiv für die Taten feststellen. Wer bringe sich schon freiwillig so in Verruf bei der Nachbarschaft, fragte die Richterin Dr. Bitter. Das Verfahren hatte mit einem Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende begonnen. Sie hatte vor einigen Jahren mit dem Ex-Ehemann der Angeklagten zusammen in einer Strafkammer beim Landgericht gesessen. Der Antrag war aber zurückgewiesen worden.
Trotz des Freispruchs ist die Sache für die Frau noch nicht erledigt. Zwar hatte auch der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft Freispruch beantragt, sein Dezernent hat aber Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Nun muss der Fall vor dem Landgericht neu aufgerollt werden.
- Rund 250 Beamte von Polizei und Zoll, darunter etliche Hundeführer, haben am Mittwochmorgen in Absprache mit der Oldenburger Staatsanwaltschaft an der Hafenstraße in Jeddeloh II die Produktions- und Geschäftsräume der Firma Stahl und Beton Hupasch (SBH) durchsucht.mehr
- Irgendwann konnte Bernd W. einfach nicht mehr. Konnte nicht mehr den Fernseher einschalten und hören, dass wieder ein Kind missbraucht wurde. Und schweigen. Noch immer, nachdem er jahrzehntelang geschwiegen hatte.mehr
- Die SPD hat Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) vor seinem heutigen Besuch am Jade-Weser-Port scharf angegriffen. SPD-Landesvize Olaf Lies (Sande) warf Bode am Mittwoch vor, beim Bau des Tiefwasserhafens versagt zu haben.mehr
- Erst war er weg, jetzt ist er wieder da: Nerven gekostet hat einen Friesoyther ein aus seinem Vorgarten entwendetes Zierbäumchen im Wert von 300 Euro. In der Nacht auf Sonntag hatte ein 28-Jähriger die 1,70 Meter lange Pflanze ausgegraben und bei sich im Beet eingesetzt.mehr
- Wegen des schlechten Zustands der Bahnstrecke zwischen Delmenhorst und Bookholzberg hat die Deutsche Bahn kurzfristig über Pfingsten Bauarbeiten zur Ausbesserung anberaumt. Betroffen sind die Regio-S-Bahn-Strecken RS 3 (Bremen-Oldenburg-Bad Zwischenahn) und RS 4 (Bremen Nordenham).mehr



