Kritik in Oberhammelwarden: „Weserufer kein Schrottplatz“
Strand Stahlrohre und Bauarbeiten stören Besucher im Naherholungsgebiet
Stahlrohre auf dem Weserstrand: Der frühere Ratsherr Helmut Büsing aus Oberhammelwarden ärgert sich über Bauarbeiten im Strandbad. BILD: Felix Frerichs 
von Felix Frerichs
Oberhammelwarden - Auf der Weser treiben Eisschollen. Spaziergänger wandern dick eingepackt auf der Promenade des Strandbades Hammelwarden, wo sich im Sommer die Badegäste sonnen. „Da vorne“, ruft Helmut Büsing und zeigt auf meterhohe rostbraune Stahlrohre, die in dem Naherholungsgebiet die Idylle stören.
Nach gut 400 Metern liegen auf einem breiten Strandstreifen neben der Fußgängerpromenade zwischen dem Deich und der Weser riesige Stahlrohre. In dem Moment, wo Helmut Büsing spricht, kommt ein Bagger angefahren und nimmt mit seiner Schaufel ein Stahlrohr und bugsiert es nur wenige Meter an Büsings Kopf vorbei. Auch andere Fußgänger sehen sichtlich irritiert die stählernen Ungetüme.
Der frühere Ratsherr Büsing und ehemalige Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes ist verärgert über das Abladen der großen Rohre mitten im Erholungsgebiet. Vor wenigen Tagen seien die ersten Lastwagen angerollt. „Sie kommen aus Holland und bringen die Rohre. Die LKW fahren dabei mehrere hundert Meter auf dem Weserufer, was nur wegen des gefrorenen Bodens möglich ist“, erzählt der 87-Jährige.
Was den früheren Politiker, der 20 Jahre für die SPD im Stadtrat saß, stört, ist: „Diese Rohre, Lastwagen und Bagger sind ein Eingriff in die Natur. Was ist mit den Tieren, die an dieser Stelle leben.“ Büsing führt hinzu: „Das ist ein Naherholungsgebiet für Einheimische und Touristen. Und kein Schrottplatz.“ Büsing glaubt den Grund zu kennen, warum diese riesigen Rohre direkt am Weserufer abgeladen werden. „Sie werden von Arbeitern auf einer Länge von 600 Metern zusammengeschweißt. Das wird ein Düker“, so der 87-Jährige im Gespräch mit der NWZ . Ein Düker ist ein Rohr, das unter einem Fluss oder einem Deich verlegt wird und in dem Leitungen für Trinkwasser oder Öl verlaufen.
„Der letzte Lastwagen ist gerade weggefahren“, sagt Büsing kopfschüttelnd. „Überall stehen Verbotsschilder, dass man seinen Hund nicht frei laufen lassen darf. Wegen der Tiere“, so der Ex-Ratsherr. „Doch die Tiere sind bei diesem Vorhaben offenbar völlig egal“, so Büsing. Wenige hundert Meter von den Stahlrohren entfernt liegen die Ferienhäuser von Elsflethern und Bremern. Auf der anderen Seite liegt Harriersand. „Die Rohre passen hier nicht her“, so der frühere Ratsherr.
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