BREMEN, 21. Februar 2012


Böhrnsen fordert Bundeskoordinator für Energiewende

Offshore-Windparks Forderung nach Sonderprogramm der KfW-Bank für Häfen und Netzinfrastruktur


dpa

Bremen - Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) hat einen Bundeskoordinator für die Energiewende gefordert. „Wir hören von einem Zuständigkeits-Wirrwarr der Bundesministerien, von schwierigen und langwierigen Genehmigungsverfahren. Deshalb fordern wir einen Koordinator für die Energiewende auf Bundesebene, damit Schwung in die Wende kommt“, sagte Böhrnsen nach einem Gipfeltreffen mit Vertretern der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen (WAB) am Montag in Bremen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) solle über die Rettung Europas und ihrer Koalition die Zukunftschancen des deutschen Nordens nicht vergessen, mahnte der Bürgermeister. Die Branche brauche ein weiteres Sonderprogramm der KfW-Bank für Häfen, Schiffe und Netzinfrastruktur, damit der Ausbau der Offshore-Windenergie nicht weiter verzögert werde.

Nach Ansicht von Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) hapert es besonders an der Netzanbindung der Parks. „Damit ist die Planungssicherheit für die Unternehmen, die weiter investieren wollen, nicht gegeben.“ 80 Prozent seien mittelständische Unternehmen. „Die Summen, die investiert werden müssen, sprengen alle Dimensionen, die sie bisher gekannt haben“, sagte der Senator. Die Unternehmen bräuchten größere Sicherheit und die Unterstützung der Politik.

In Deutschland arbeiten derzeit rund 14 000 Beschäftigte im Bereich der Offshore-Windindustrie. Die Branche setzt rund sechs Milliarden Euro im Jahr um. Alleine im Nordwesten arbeiten 5000 Menschen in diesem Bereich.

Auch küstenferne Bundesländer haben einen erheblichen Anteil an der Wertschöpfung. „Mit diesen enormen Aufgaben und Ausgaben darf die mittelständische Wirtschaft nicht alleingelassen werden“, sagte der Chef der Reetec GmbH, Detlef Lindenau. In der WAB sind mehrere hundert Unternehmen der Branche organisiert.

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Die Diskussion um die Verzögerungen beim seeseitigen Netzanschluss führe bei Investoren von Offshore-Windparks, Herstellern, der Zulieferindustrie und der gesamten maritimen Wirtschaft zu Verunsicherungen, waren sich die Teilnehmer des Gesprächs einig.






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