Per GPS auf der Suche nach dem „Schatz“

Hobby Volker und Ruth Gudlat betreiben „Geocaching“ – Viele Verstecke auch in der Gemeinde Apen


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Volker Gudlat betreibt Geocaching BILD: Kerstin Schumann  Bild vergrößern

Das Ehepaar ist gern in der Natur unterwegs. Um das Versteck zu knacken, müssen Rätsel gelöst werden.

von Kerstin Schumann

Aperberg - „Das ist unsere Ausrüstung“, sagt der Aperberger Volker Gudlat und deutet auf einen GPS-Empfänger mit Kompass-Funktion, Handschuhe, einen Taschenrechner und einige Tauschgegenstände. Seine Frau Ruth und er sind leidenschaftliche „Schatzsucher“ und betreiben als Hobby das so genannte Geocaching, eine Art moderne Schnitzeljagd.

Bei diesem Trendsport begeben sich die Anhänger auf die Suche nach versteckten Kisten oder Döschen, die irgendwo in der Landschaft zu finden sind – in der Erde, auf Bäumen, im Gebüsch, an Gebäuden oder sogar im Wasser. Sie enthalten zwar keine Wertsachen, sondern nur kleine Figuren oder anderen Nippes zum Tauschen, aber der Reiz ist die Suche. Vor Ort trägt sich der Finder in ein Logbuch ein, zum Beweis, das er dort war und das Rätsel geknackt hat.

„Man muss sich zunächst registrieren lassen. Auf der Internetseite findet man dann zahlreiche Vorschläge für eine Cache-Suche. Auch hier in der Gemeinde Apen gibt es eine Menge Verstecke“, betont Gudlat. Doch der Weg dorthin ist nicht ganz ohne Hürden. Die Anfangskoordinaten werden genannt und der Ort beschrieben. Darüber hinaus gibt es häufig einige Tipps, wie man dorthin gelangt. Der weitere Ablauf hängt vom Schwierigkeitsgrad ab, der – ebenso wie die Beschaffenheit des Geländes – von eins bis fünf variieren kann. Volker und Ruth Gudlat, die erst im vorigen Jahr das Hobby für sich entdeckt haben, sind aber längst über die einfache Suche hinausgekommen. Bis sie einen Schatz gehoben haben, gilt es, mehrere Rätsel zu lösen. Neben der einen oder anderen Wissensfrage muss am Ende eine mathematische Aufgabe gelöst werden. Auch Intuition gehört dazu. „Man entwickelt ein Auge dafür, wo der Schatz versteckt ist. Manchmal enthält die Aufgabe sogar versteckte Hinweise“, erzählt Ruth Gudlat, die ebenfalls vom Geocaching-Boom angesteckt wurde. „Man kommt raus in die Natur, entdeckt etwas und bewegt sich. Das macht Spaß.“

Mehr als eine Million Nutzer weltweit haben dieses Hobby inzwischen für sich entdeckt. „Es gibt überall solche Verstecke, sogar auf den Malediven. Manche sind in Naturschutzgebieten, manche in Städten und führen zu historischen Gebäuden“, hat Volker Gudlat erfahren. So habe man die Chance, sein Wissen zu erweitern oder eine schöne Landschaft kennenzulernen. Es gebe sogar kindgerechte Angebote. „Manche Familien verbinden damit ihren Sonntagsspaziergang“, weiß Gudlat.

An die ganz schwierigen Verstecke, die beispielsweise mit Kletterpartien oder Tauchgängen verbunden sind, hat sich das Paar noch nicht herangetraut. 20 Schätze haben die beiden inzwischen gehoben, einige wurden bislang nicht gefunden. „Im Forum kann man seine Meinung zu bestimmten Verstecken abgeben und sich mit anderen austauschen.“ Doch auch wenn es hier und da Stammtische gibt, kennen sich die meisten Schatzsucher untereinander nicht. „Einmal haben wir gesehen, dass der Schatz kurz vor uns gehoben wurde. Dabei darf kein Uneingeweihter – ein Muggle – in der Nähe sein. Man erkennt nur am Eintrag, dass jemand da war“, erzählt Gudlat. Die Fangemeinde, da ist sich das Ehepaar sicher, wird aber wohl stetig weiterwachsen.

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03.07.2010
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