„Das ist die Macht des Wassers“
erinnerungen Alfred Ahrens aus Augustfehn denkt zurück an Flut auf Baltrum
von Christin Horrmann
Augustfehn - Gesteinsbrocken hatten sich abgelöst, ganze Gehwegplatten lagen lose am Strand – Bilder der Zerstörung. „Das ist die Macht des Wassers“, sagt Alfred Ahrens.
Der Augustfehner, der damals noch in Nordloh wohnte, war 1962 kurz nach der verheerenden Sturmflut auf der Insel Baltrum. Dort hat er diese Bilder der Zerstörung festgehalten. Am Strand der ostfriesischen Insel konnte man die Spuren der Verwüstung sehen – und das sogar noch zwei Wochen nach der Flut.
Sichtbare Schäden
Ahrens war Ende Februar 1962 zum Arbeitseinsatz dort. Eigentlich sollte der damals 25-jährige Maurergeselle mit seinen Kollegen der Firma Borchers nur das Postamtsgebäude um eine Charterhalle erweitern. Doch ihm entgingen die Schäden dabei nicht.
An einem Wochenende verschafften er und seine Kollegen sich einen Eindruck von der Situation auf der Insel. So sah er ein zerstörtes Haus hinter der Düne: „Da müssen wohl die Wellen herüber geschwappt sein“, meint Ahrens. Über einen Meter hoch war der Sand an die Wände gespült worden – das Haus sei daraufhin nicht mehr bewohnbar gewesen.
„Das ist ja auch ein ganz anderes Arbeiten auf so einer Insel“, sagt Ahrens, „die Materialien für Bauarbeiten wurden mit einem Schiff an den Strand geliefert, nur bei Ebbe konnten wir alles auf einen Pferdewagen umladen“, beschreibt der inzwischen 75-Jährige und zeigt dabei mit seinem Arm die Bewegung des herannahenden Schiffes an den Inselstrand.
Mühevolle Aufbauarbeit
Was die Bauarbeiten am Postamt verlangsamte, sorgte auch dafür, dass die Inselbewohner nicht so zügig die Sturmflutschäden ausbessern konnten. Schließlich konnte das Material nur auf dem Schiffsweg gebracht werden.
Nach nun 50 Jahren wirken die Fotografien im Wohnzimmer des Augustfehners wie aus einer längst vergangenen Zeit. Eindrucksvolle Bilder der Zerstörung bleiben sie aber.
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