Geldregen für Jaspers-Stiftung
Politik Minister Bode informiert sich über Projekte und Leitbild der Stadt
Wirtschaftsminister Jörg Bode (3.von rechts) folgte am Mittwoch einer Einladung der FDP-Kreistagsfraktion. Unter anderem stand ein Besuch der Jaspers-Stiftung auf dem Programm. BILD: Kerstin Schumann 
VON KERSTIN SCHUMANN
WESTERSTEDE - Da war selbst Bürgermeister Klaus Groß verblüfft: Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) überreichte ihm bei seinem Besuch in Westerstede einen höheren Förderbescheid als erwartet. Exakt 1 666700 Euro sollen an EU-Fördermitteln nun in die Jaspers-Hochkamp-Stiftung fließen und damit eine Reihe von dringend notwendigen Renovierungsarbeiten finanzieren. Diese müssen bis Ende 2013 abgeschlossen sein.
Wie berichtet, hat die Stadt Westerstede vor einigen Jahren das Erbe von Gertrud Jaspers angetreten, um nach ihrem letzten Willen die idyllische Hofanlage am Seggeriedenweg mit kulturellen Angeboten zu beleben und einen Landschaftspark zu schaffen. Finanziert werden soll das Vorhaben u.a. mit dem Verkauf von Baugrundstücken, die von dem insgesamt knapp 15 Hektar umfassenden Areal abgetrennt wurden.
Führung durch die Anlage
Bei einer Führung durch die Hofstelle erläuterte Stiftungsvorsitzender Helmut Dierks dem Minister die Pläne. Vordringliches Ziel sei es jetzt, eines der Wirtschaftsgebäude für Veranstaltungen herzurichten, sagte er. Bei einem Rundgang durch den Bauerngarten am Haus konnte sich der Minister auch schon ein Bild von der späteren Grünanlage machen, die später noch professionell hergerichtet werden soll.
Bei seinem Besuch, der auf Einladung der FDP-Kreistagsfraktion zustande kam, ließ sich der Minister im Rathaus außerdem über das Leitbild Westerstedes als „Gesundheitsstadt im Grünen“ informieren. „Normalerweise lädt man den Wirtschaftsminister ein, wenn es einem schlecht geht, aber wir in Westerstede sind gut aufgestellt“, sagte der Sprecher der FDP-Kreistagsfraktion, Jürgen Drieling, zur Begrüßung.
Bürgermeister Klaus Groß betonte, wie wichtig es sei, Bürger in Entscheidungen einzubinden. „Nur gemeinsam kann man mit vielen kreativen Ideen etwas bewegen“, erklärte er. Das Leitbild „Gesundheitsstadt im Grünen umfasse weit mehr als die Schaffung von Wellnessangeboten oder einem Gesundheitsnetzwerk von Fachleuten, sondern müsse als „ ausgeglichene Lebensbalance“ verstanden werden.
Entwickelt wurde auch schon ein städtebauliches Maßnahmenkonzept, das sich an dem Leitbild orientiert. Im Schnelldurchlauf erläuterte Groß diverse Projekte, darunter die Apotheker-Villa als Treffpunkt für zahlreiche Gruppen, die Kindertagesstätte Jahnallee mit besonderen Betreuungszeiten für Arbeitnehmer im Schichtdienst, den Ausbau des Hössensportzentrums hin zu mehr Gesundheitsangeboten und die neuen Urlaubspauschalen für Dialysepatienten. Dr. Georg Kolbow, Kreistagsmitglied und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Ammerland-Klinik, ergänzte die Ausführungen um die erfolgreiche Kooperation zwischen der zivilen Klinik und dem Bundeswehrkrankenhaus. Durch die Synergieeffekte sei der Standort auf Jahre gesichert.
Weitsichtige Planung
„So wie es in Westerstede läuft, das ist genau der richtige Weg“, lobte der Minister die weitsichtige Planung der Stadt. Vor dem Hintergrund der „alternden“ Gesellschaft rücke die Gesundheit immer mehr in den Mittelpunkt. Eine ausbaufähige Perspektive sah er vor allem im wachsenden Markt des Gesundheitstourismus, zumal sich Westerstede als Rhodostadt ohnehin touristisch gut vermarkte. „Die so genannten Best-Ager sind eine besonderes interessante Zielgruppe, auch von der Wertschöpfung her.“
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