ROSTRUP, 25. Juni 2010


„Auch an zivile Opfer denken“

Reha-Einrichtung Zustimmung im Kreistag für Pläne der Bundeswehr in Rostrup


Eigentlich stand der Punkt „Nachnutzung Bundeswehrgelände“ gar nicht auf der Tagesordnung. Eine recht lebhafte Diskussion zu diesem wichtigen Thema entwickelte sich dennoch.

von Heiner Otto

Rostrup - Die im Ammerland konstruierte und von der Bundeswehr aufgegriffene Idee, auf einem Teilgelände des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses Rostrup eine Rehaeinrichtung für bei Auslandseinsätzen traumatisierte Soldaten zu schaffen, ist im Ammerländer Kreistag parteiübergreifend auf Zustimmung gestoßen. Wie berichtet, hatten Landrat Jörg Bensberg und Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU) in der Vergangenheit Gespräche mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) geführt, in denen der Minister signalisierte, den Bau einer entsprechenden Immobilie am Zwischenahner Meer prüfen zu lassen.


Bad Zwischenahn erfreut
CDU-Kreistagsabgeordnete Barbara Woltmann sagte im Kreistag, die positive Grundeinstellung des Verteidigungsministers zu einem Reha-Standort am Zwischenahner Meer sei aus der Sicht der Gemeinde eine besonders erfreuliche Entwicklung. Zugleich regte Woltmann an, auch an zivile Opfer zu denken, die neben den Soldaten in der selben Einrichtung ebenfalls behandelt werden könnten. Die Abgeordnete dankte Bensberg und Kossendey ausdrücklich für deren Engagement in Berlin und forderte den Kreistag auf, die Sache weiter zu unterstützen. Auch eine Einbindung der Karls-Jaspers Klinik sei zu befürworten.

Grünen-Abgeordneter Gerd Langhorst äußerte sich ähnlich wie Woltmann. Das geplante Trauma-Zentrum müsse nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilpersonen zur Verfügung stehen. Noch lieber sei es ihm allerdings, so Langhorst, wenn man erreichen könnte, dass sich gar nicht erst so viele Soldaten kriegsbedingte Traumata zuzögen.


Bensberg: „Guter Weg“
Nach Worten von Landrat Jörg Bensberg seien die Planungen auf einem guten Weg. Der Landrat erinnerte an ein Gespräch mit Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU), der mit Blick auf traumatisierte Polizeibeamte in der Vergangenheit ebenfalls Interesse an einem Trauma-Zentrum gezeigt hatte.

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