BAD ZWISCHENAHN, 22. Dezember 2011


Große Sorge um die Honigbiene

Imkerei Alfred Meyer befürchtet Zusammenbrechen der Völker – Bessere Vorsorge


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Hofft, dass seine 47 Bienenvölker gut über den Winter kommen: Imker Alfred Meyer BILD: Markus Minten  Bild vergrößern

Gegen die Varroa-Milbe muss zu Weihnachten behandelt werden. Daneben leiden die Insekten zunehmend unter Nahrungsmangel.

von Markus Minten

Bad Zwischenahn - Zum Winteranfang denken die meisten Menschen an Weihnachtsbraten, Streusalz und Tannenbaum. Honigbienen hingegen werden kaum einem in den Sinn kommen. Nur den Imkern. Für sie ist die Weihnachtszeit eine der wichtigsten Zeiten des Jahres überhaupt: Jetzt werden die Grundlagen gelegt für gesunde Völker in der kommenden Saison.

Doch die Gesundheit der Tiere sei immer stärker bedroht, mahnt Alfred Meyer. Vor allem viele nicht in Vereinen organisierte Imker nähmen es mit der Vorsorge nicht so genau, beklagt der Vorsitzende des Imkervereins Bad Zwischenahn und des Kreisimkervereins Ammerland.

Mit verheerenden Folgen: Werde die zu Weihnachten vorgesehene Behandlung gegen die Varroa-Milbe mit Oxalsäure vergessen oder falsch vorgenommen, drohe der Verlust zahlreicher Völker. „Wenn die Imker nichts tun, sind die Völker Anfang Juli zusammengebrochen.“ Der „kleine Vampir“ vermehre sich rasant und sauge die Bienen aus, so der Experte. Zwar bestehe eine Behandlungspflicht – unabhängig von der Organisation in einem Verein –, nur käme es dabei immer wieder zu Fehlern. Vereinsmitglieder hätten den Vorteil, immer auf den neuesten Stand gebracht zu werden. Neben der winterlichen Behandlung werde die Milbe nach der Bienensaison im August mit Ameisensäure bekämpft, erläutert Meyer. Eine Behandlung zu anderen Zeiten sei nicht gestattet und könne über den Honig sicher nachgewiesen werden.

Neben der Milbe, die 1977 unwissentlich aus Asien eingeschleppt wurde, haben Imker und Bienen auch noch mit anderen Problemen zu kämpfen. So seien im verregneten Sommer 2011 die Völker fast verhungert, berichtet Meyer. Alle Imker – im Ammerland sind rund 210 in Vereinen organisiert – hätten mehr denn je auffüttern müssen. Viel schwerer allerdings wiege das immer knapper werdende Nahrungsangebot. „Der Lebensraum für alle Hautflügler wird immer enger“, meint er angesichts einer „Vermaisung“ der Landschaft. Sein Vorschlag: Maisbauern sollten verpflichtet werden, auf einem festgeschriebenen Anteil der Fläche blühende Pflanzen auszusäen. Aber auch jeder Gartenbesitzer könne etwas tun, indem zumindest ein Teil der Gärten mit blühenden Stauden aufgewertet werde.

Für Meyer steht nämlich eins fest: „Die Honigbiene ist in Gefahr.“ Was das für Natur und Umwelt bedeute, fasst er kurz und knapp zusammen: „Ohne die Honigbiene gäbe es kein Leben“, meint er mit Blick auf den auch sprichwörtlichen Fleiß der Insekten: „Bienen bestäuben bis zu 85 Prozent aller Blüten, darunter viele Nutzpflanzen.“

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