Krankenpfleger räumt 125 000 Euro ab
Wer Wird Millionär Heinrich Schrand guckt Auftritt mit Verwandten und Freunden im Café Buntspecht
von Lars Blancke
Petersfehn - Wäre in diesem Moment eine Stecknadel gefallen, sie hätte jeder gehört. Die Stimmung knistert im Petersfehner Wirtshaus „Buntspecht“ am Freitagabend, als RTL-Moderator Günther Jauch dem Oldenburger Heinrich Schrand die 500 000-Euro- Frage stellt (Fragen: siehe Infobox). Die Spannung hält nur kurz: Kein langes Nachdenken, kein Zögern bei Schrand: „Ich weiß es nicht, ich steige aus.“ Dann bricht Jubel aus, denn es ist klar: Der Kranken- und Gesundheitspfleger geht aus der 1000. Sendung der Quizshow „Wer wird Millionär?“ mit 125 000 Euro Gewinn hervor. „Unglaublich, ein geiles Gefühl“, lautet sein kurzer Kommentar.
Die Spannung war mit Beginn der Jubiläumsausgabe im „Buntspecht“ auf dem Siedepunkt. Außer Schwester Anneliese, die ihn in der Sendung begleitete, Ehefrau Gabriele und Sohn Dirk wusste keiner der rund 80 Gäste aus Familien-, Freundes- und Kollegenkreis, wie es ausgeht. Schrand war unter dem Motto „Helden des Alltags“ von RTL wegen seines ehrenamtlichen Engagements ausgewählt worden (NWZ berichtete).
Als zweiter der vier Kandidaten schafft es der gebürtige Gehlenberger (Friesoythe) auf den Stuhl. Beifall brandet im „Buntspecht“ auf, zu spüren ist im Saal die nervöse Anspannung. Begrüßt worden war Schrand fast von jedem seiner Gäste mit dem Spruch „Guten Tag, Herr Millionär“.
Schnell legt er vor der Kamera seine Nervosität auf dem Kandidatenstuhl ab. Den ersten Joker zieht der 52-Jährige bei einer Grammatikfrage (Welches Wort kann laut Duden auch ohne Ü-Pünktchen geschrieben werden? - Antwort: Parfüm). Nachdem er seinen Zusatzjoker (Fußballfrage) und Telefonjoker – Arbeitskollegin Dr. Katharina Gödeke hilft ihm bei der 32 000-Euro-Frage – benutzt, setzt er bei 125 000 Euro die letzten beiden Joker ein. Die Promis Oliver Pocher, Barbara Schöneberger und Ralf Schnoor können ihm nicht helfen. Doch nach dem 50-50-Joker entscheidet er sich für die richtige Antwort. „Mutig“, lobt Jauch seinen Kandidaten.
Schrand verlässt glücklich den Stuhl, wirft Schwester Anneliese im Publikum einen Handkuss zu und setzt sich zurück auf seinen Platz. Doch die Aufregung ist nicht vorbei: Am Ende der Sendung hält RTL eine Überraschung parat. Es gibt eine neue Auswahlfrage für die vier Kandidaten, der schnellste bekommt die einmalige Chance die 1-Million-Euro-Frage gestellt zu bekommen. „In welcher Reihenfolge sind die vier Kandidaten angetreten?“ lautet die simple Auswahlfrage. „Ich habe getippt wie ein Wilder“, erinnert sich Schrand, doch er ist nur um Hundertstelsekunden zu langsam. „Ich hätte die Millionenfrage (Welche Antwort hat es in der Geschichte der Sendung am häufigsten gegeben? – Spanien) nicht beantworten können“, gesteht er ein. Mit 125 000 Euro ist Schrand der Abräumer. Pläne hat er schon: „Ich werde die DKMS finanziell unterstützen und meinem Patenkind eine Australienreise schenken. Und für mich: Ich bin 52 Jahre, kann beruhigt in die Zukunft sehen und werde vielleicht auf eine Vier-Tage-Woche umsteigen.“
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