Begeistert vom Ballsport Lacrosse

Auslandsjahr Edewechter Janik Iwan kehrt aus den USA nach Edewecht zurück


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Eine Schutzkleidung ist beim Ballsport Lacrosse unverzichtbar. Das Foto zeigt Janik in seiner „amerikanischen Ausrüstung“. BILD: privat  Bild vergrößern

Während seines Aufenthaltes in North Carolina lernte der 16-Jährige den typisch amerikanischen Sport Lacrosse kennen. Zu Hause wird Janik seiner neuen Leidenschaft nicht nachgehen können.

von Inka Bodmann

Edewecht - Ein Jahr lang war er in den USA zu Hause. Nun lebt der 16-jährige Gymnasiast Janik Iwan wieder im heimischen Edewecht. Der Jugendliche, der von August 2009 bis Juni 2010 die High-School in Kernersville (US-Bundesstaat North Carolina) besuchte, machte im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ nicht nur viele neue viele Erfahrungen und schloss viele Freundschaften, sondern begeisterte sich für ein besonderes Hobby: den Lacrosse-Sport, eine Ballsportart, die in Nordamerika einen sehr hohen Stellenwert hat.

„Lacrosse ist eine sehr schnelle Sportart, die neben Kondition auch eine gute Koordination voraussetzt“, erläutert der Schüler der 11. Klasse des Gymnasiums Bad Zwischenahn/Edewecht. Dabei stünden sich zwei Mannschaften auf einem Feld mit zwei Toren gegenüber, das in etwa der Größe eines Fußballfeldes entspräche. Die zwei Teams, die aus jeweils zehn Spielern bestünden, müssten nun versuchen, einen Gummiball von der Größe eines Tennisballs und mit der Beschaffenheit eines Flummis im gegnerischen Tor zu platzieren.

Das Besondere daran: Der Ball werde, so Janik, weder mit der Hand noch mit dem Fuß geführt, er müsse mit Hilfe des Lacrosse-Stabes gespielt werden. Das ist eine Leichtmetallstange mit einem Netz am Ende – ähnlich einem Kescher. „Der Torwart hat ein etwas größeres Netz, die Abwehrspieler etwas längere Stangen, ungefähr zwei Meter lang“, erklärt Janik. Stürmer und Mittelfeldspieler verfügten über identische Sportgeräte. Und die sonstige Ausrüstung? „Die ist extrem wichtig“, so der junge Mann, der auch ein begeisterter Tennisspieler ist. Denn die Sportler agierten wie im American Football sehr körperbetont.

„Man wird schon mal aus dem Weg gestoßen, getreten oder mit der Stange attackiert“, sagt Janik. Natürlich gäbe es feste Regeln, „aber gerade, wenn man neu in der Sportart ist, weiß man noch nicht so genau, wie hart man den eigenen Körper einsetzen darf. Da ist eine gute Schutzausrüstung wirklich das A und O.“ Gespielt werde übrigens, wie bei vielen amerikanischen Sportarten, in vier Teilabschnitten zu je zehn Minuten. „Und die Spieler können unbegrenzt ausgewechselt werden wie beim Eishockey“, so Janik. Wer allerdings ein Foul begehe, müsse pausieren – je nach Schwere des Fouls zwischen 30 Sekunden bis zu zwei Minuten.

„Lacrosse ist wie man sieht eine gelungene Mixtur aus verschiedenen Facetten des Sports. Man muss sehr flexibel sein, gut antäuschen können, den Ball sicher passen und auffangen und sehr wendig sein“, erläutert der Schüler. Während seines Austauschjahres habe er zwei Monate lang täglich zwei Stunden geübt, bis das erste Turnier gespielt werden durfte. Als Belohnung fielen dann aber auch zahlreiche Tore. „Zehn bis 15 pro Spiel.“

In Deutschland sei der Sport leider nicht verbreitet, bedauert Janik, der nach dem Abitur einen Dualstudiengang zum Bankkaufmann absolvieren und später in die USA zurückkehren möchte. „Es gibt nur wenige Vereine in deutschen Großstädten, in denen Lacrosse angeboten wird.“ Janik wird aus finanziellen Gründen – die Ausrüstung kostet mehr als 300 Euro – auch nicht mehr sehr viel spielen können. Seine bisherige Lacrosse-Ausrüstung blieb in den USA.

„In meiner Geburtsstadt Berlin gibt es einen Verein, in dem Lacrosse gespielt wird, den werde ich ’mal besuchen“, hat sich der junge Edewechter vorgenommen. „Und ich werde diesen tollen Sport mit Sicherheit nie vergessen“, ist sich Janik Iwan sicher.

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16.07.2010
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