Morgens ab ins Wasserbad
Gesundheit Nikolai-Kindergarten kneippt weiter
von Elena Grawe
Portsloge - Bewegung, Ernährung, Heilkräuter, Lebensordnung und natürlich Wasseranwendungen – die fünf Säulen der Kneipp-Lehre gehören im Portsloger Nikolai-Kindergarten seit zwei Jahren fest zum Alltag. 2008 war die Einrichtung als „Kneipp-Kindergarten“ anerkannt worden. Jetzt wurde die Zertifizierung erneuert.
Alle zwei Jahre müsse ein Bericht über die Einhaltung der Kriterien beim Kneipp-Bund eingereicht werden, erklärt Kindergartenleiterin Karin Quade-Matthes. Sechs Seiten umfasse der Text, den der Kindergarten eingereicht hatte und der die Umsetzung der Kneipp-Lehre sowie die Fortbildungen der Erzieherinnen dokumentiert. Und die Mitarbeiter des Kneipp-Bundes seien begeistert gewesen.
Abwechslung und Spaß
Zertifikate, Dokumentation – was beim ersten Hören vielleicht etwas trocken klingen mag, bedeutet für die Kinder jeden Tag jede Menge Spaß und Abwechslung. Dreimal in der Woche stellen die Erzieherinnen morgens Wasserschüsseln auf, in denen die Kinder „Wasser treten“ – die bekannteste unter den Kneipp-Anwendungen.
Das Wechselspiel aus kaltem Wasser und dem anschließenden Aufwärmen ist gesund. Und außerdem: „Dabei lernen die Kinder auch, Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Quade-Matthes. Sind die Füße zu kalt? Dann müssen die Kinder sie erst aufwärmen. Fühlt man sich nicht ganz gesund? Dann darf man gar nicht erst „mitkneippen“. „Am Anfang helfen wir, aber je länger die Kinder dabei sind, desto eigenständiger machen sie das.“
Mehr als nur Ballett
Viel Bewegung steht auf dem Tagesplan – Spiele ebenso wie die Aktion „Mit dem Rad zum Kindergarten“. „Damit soll klar werden, dass Bewegung nicht einfach nur eine Stunde Ballett ist. Es geht darum, Bewegung in den Alltag zu integrieren.“
Das gleiche gilt für Ernährung: Regelmäßig backen die Kinder selber Vollkornbrot – und das schmeckt nun einmal am besten, weiß Quade-Matthes. Im Bereich „Lebensordnung“ geht es um klare Regeln und Strukturen – und auch darum, sich seiner selbst bewusst zu sein.
Wissen, wie man sich fühlt
„Wir haben festgestellt, dass Kinder wenig über Gefühle wissen“, sagt Quade-Matthes. „Aber es ist wichtig, dass sie sich auskennen, um darüber sprechen können – und nicht die Faust nehmen.“ Um zu lernen, anderen die eigenen Gefühle klar zu machen, hat jede Gruppe Smileys aus Pappe mit verschiedenen Gesichtsausdrücken. Jeden Morgen stecken die Kinder Klammern mit ihren Namen an die Smileys und zeigen damit, wie es ihnen geht: gut, schlecht oder so l` l`.
Erfolgreich wie der Kindergarten bisher ist, soll es in den kommenden Jahren weitergehen. „Wir haben noch verschiedene Projekte, aber die haben wir noch nicht mit den Eltern besprochen“, will Quade-Matthes nicht zu viel verraten. Ein Bereich, den der Kindergarten in nächster Zeit angehen wolle, sei jedoch das Thema „Entspannung“. Ein „Manko“ sei zudem die Kräuterfortbildung. „Das ist noch zu wenig, da müssen wir in den nächsten Jahren ran.“
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