„Gute Figur“ nach 13 Jahren im „Bau“
Theater Liebeshungrige Nachbarin versüßt Georg nicht gerade die Freiheit – Noch zwei Aufführungen
„Nackte Tatsachen“ erlebte das Publikum, als die Südbäker Speelkoppel „Jung wees helle – bliev Junggeselle" aufführte. BILD: Wolfgang Müller 
von Wolfgang Müller
Delfshausen - Wenn sich die „beste Freundin“ vor Kummer betrinkt, wenn die liebeshungrige Nachbarin die Wohnung stürmt und die Friseurin „einiges stabilisieren“ möchte, dann ist „man(n)“ vor gar nichts mehr sicher. Sicher ist nur, dass das Geschichten sind, „die das Leben schreibt“ – oder ein guter Autor wie Bernd Spehling. Und wenn es dann noch so turbulent auf der Bühne umgesetzt wird, wie es die Speelkoppel des Heimatvereins Südbäke geschafft hat, dann kommt das Publikum aus dem Lachen nicht mehr heraus.
Premiere und Wiederholung von „Jung wees helle – bliev Junggeselle“ am Wochenende reizten das Zwerchfell der Zuschauer in einem Lustspiel, dessen Handlung eigentlich schnell erklärt ist. Georg kommt aus dem „Bau“, macht Zwischenstation bei seinem Sohn Arne, der gerade auf dem Weg zum Junggesellenabschied ist, und muss nicht nur die Wohnung hüten, sondern sich über Hausmeister Willi wundern und vor allem mit drei Damen fertig werden: „Seniorenbarbie“ Gesa, die nur das eine will, nämlich einen Mann, Friseurin Lilli, die er für die ungebetene Nachbarin hält, und Ulrike, Arnes „beste Freundin – an dem Rest arbeite ich noch“. Dass auch noch Arnes Verlobte Mareike und Georgs Ehefrau Berta auftauchen, macht die Geschichte nicht gerade einfacher, aber fürs Publikum umso amüsanter. Dafür sorgt in herrlicher Ratlosigkeit und Unbedarftheit Thorsten Duvenhorst als Georg, der auch nach 13 Jahren Haft eine gute Figur abgibt, ebenso wie der gemächliche Hausmeister Willi, bestens verkörpert von Henning Pieper. Locker spielt Frank Engelbart den (noch) Junggesellen Arne. Überzeugend hatten auch Marianne Hinkelmann als liebestolle Gesa, Elke Büsing als treue Friseurin Lilli und Elke Westerholt-Bloy als „beste Freundin“, der das so gar nichts nützt, die Lacher auf ihrer Seite. Anne-Katrin Andreßen als Mareike und Christiane Sorge als Ehefrau Berta schließlich runden das Ensemble gekonnt ab.
Wer wissen will, ob Ulrikes Chancen steigen, ob Willi seinen Mann steht und Georg endlich zur Ruhe kommt, für den hebt sich der Vorhang im Gasthaus Decker in Delfshausen wieder am 12. März (ausverkauft) sowie am 14. März jeweils um 20 Uhr. Gefordert sind dann auch wieder Helma Ehlers als „Flüstertante“, Gerd Hinkelmann mit der Elektrik und Hans-Heino Konken sowie Helmut Küpker, unterstützt von Helmut Wiechmann, als Bühnenbauer.
Theater wird in Südbäke übrigens schon seit 1948 gespielt. „Spöök um Gesche“ hieß damals das erste Stück, geschrieben hat es eine Rastederin, nämlich Luise Uhlhorn. Entstanden ist die Theatergruppe aus dem ein Jahr zuvor gegründeten „Kultur- und Lesekreis“.
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