BEKHAUSEN, 4. Mai 2011


„Wir brauchen keine Rollbahn für Rotterdam“

Verkehr Grünen-Landtagsfraktion informiert sich in Bekhausen über Diskussion zur A 20


von Frank Jacob

Bekhausen - „Wir haben ein großes Interesse daran, dass diese Autobahn nicht realisiert wird.“ Mit „dieser Autobahn“ meint der Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion Stefan Wenzel die geplante Autobahn 20 (früher A 22).

Am Dienstag informierte er sich mit den Grünen-Landtagsabgeordneten Elke Twesten und Hans-Jürgen Klein in Bekhausen über den aktuellen Stand der Diskussion. Auf dem Ponyhof Kaper in Bekhausen trafen sich die Grünen mit Susanne Grube, Birgit Wessels und Gerd Warstat von der Bürgerinitiative „Ammerländer Bürger gegen die A 22“. Gerd Langhorst, Grünen-Fraktionssprecher im Rasteder Gemeinderat, hatte das Gespräch arrangiert.

Der Ort war mit Bedacht gewählt: Die geplante Autobahn würde in etwa 800 Meter Entfernung von dem Ponyhof verlaufen. „Ponys, Entspannung und Reiten: Das passt nicht zum Autobahnlärm“, sagte Birgit Wessels.

„Wir brauchen keine Rollbahn für Rotterdam“, machte Wenzel seine Meinung deutlich und verwies darauf, dass eine parallel zur Küste verlaufende Straße wie die geplante A 20 die Häfen im Norden eher schwächen würde. „Wir wollen, dass die Güter so lange wie möglich auf dem Schiff bleiben“, betonte er.

Nicht auf eine neue Autobahn, sondern auf die Hinterlandverbindungen der Bahn sollte man sich konzentrieren, so Wenzel. Eine große Rolle, auch für die Ansiedlung von kleinen und mittelständischen Unternehmen, spielten seiner Auffassung nach Datenautobahnen. Auch kleine Dörfer müssten mit schnellem Internet versorgt werden.

„Wenn investiert wird, dann in die Schiene“, machte auch Elke Twesten deutlich. Sie warb zudem dafür, die verschiedenen Verkehrsträger wie Schiene, Straße und Wasserwege gemeinsam zu betrachten. Eine übergreifende Planung gebe es jedoch nicht.

„Wir sind froh, in den Grünen eine Partei zu haben, die uns unterstützt“, sagte Birgit Wessels. „Wir haben hier keine so großen Verkehrsprobleme, so dass eine solche Trasse Sinn machen würde.“

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Susanne Grube wies mit Blick auf die weiter steigenden Treibstoffpreise darauf hin, dass Lastwagenfahrer immer den kürzesten Weg wählten. „Die Hansalinie A 1 ist ein eingefahrener Handelsweg, der nicht verlassen wird“, glaubt sie.

NWZ-Spezial: Informationen, Bilder und Videos zur umstrittenen Küstenautobahn - der A22.






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