Modellflieger bleiben am Boden
Hobby Tag der offenen Tür fällt bei Dauerregen sprichwörtlich ins Wasser
von Kathrin Janout
Wapeldorf - „Wir fliegen solange bis die Vögel zu Fuß gehen“, sagen die Mitglieder des Modellflugsportclubs Hahn-Wapeldorf eigentlich. Doch wenn der Regen auf die leuchtend grüne Flugwiese hinter dem Vereinsheim niederprasselt, als würde er aus Eimern auf sie heruntergeschüttet, bleibt ihnen keine andere Wahl. Die Modelle bleiben in der Werkstatt.
Ein paar Tropfen würden zwar nicht schaden, aber die Fernbedienung dürfe nicht nass werden. „Und man selbst möchte auch nicht mit den Füßen im Matsch stehen“, seufzt der erste Vorsitzende des Vereins, Oliver Oeltjen.
Die Enttäuschung war den Anwesenden am vergangenen Sonntag anzumerken. Geplant war ein Tag der offenen Tür für Modellflugbegeisterte, die sich austauschen möchten sowie Schnupperfliegen für große und kleine Interessierte. „Wir haben eine vereinseigene Lehrer-Schüler-Anlage, mit der wir Neulingen die Chance geben wollten, selbst zu fliegen anstatt nur zuzusehen“, erklärt Oeltjen. Wie in der Fahrschule könnte der Lehrer dabei jederzeit eingreifen und so einen Sturzflug und damit verbundene Schäden am Flugmodell vermeiden.
Trotz aller Planung blieb jedoch nur der Blick auf die geschlossene dunkelgraue Wolkendecke. „Es ist eben ein wetterabhängiges Hobby“, da sind sich alle einig. Obwohl vor allem einige der älteren Mitglieder mehr Zeit in der Werkstatt verbringen als auf dem Flugplatz. Ein Jahr lang hat Werner Strathmann (60) an seinem Helikopter gebastelt, der durch eingebaute LEDs in den Rotorblättern sogar bunte Bilder projizieren kann. „Ich bin eben ein Bastler, fliegen kann ich nicht so gut“, sagt der gelernte Nachrichtentechniker.
Dieses Handwerk, Modellflugzeuge selbst zu bauen, gehe allerdings langsam verloren. Die meisten Jugendlichen haben keine Geduld dafür, wollen lieber Fliegen. Kunstflug oder Schnelligkeit – beides bedeutet gleichermaßen Geschick. „Es ist nicht leicht, ein Flugzeug zu steuern, wenn man nicht darin sitzt“, meint Oeltjen. Für ihn bedeutet das Hobby insgesamt Nervenkitzel: „Die Technik, die Aufregung wenn ein neues Modell fertig ist, der Jungfernflug.“
Konstruieren, Bauen, Motoren und Technik: Da stellt sich doch die Frage – gibt es eigentlich Frauen im Modellflugsportclub? Heute zum Tag der offenen Tür hätten sie jedenfalls kommen können. Aber bei dem Wetter wagten sich nur wenige Ausflügler vor die Haustür. Die Mitglieder hatten trotzdem einen vergnüglichen Tag – im Vereinsheim am warmen Ofen.
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