GRISTEDE, 7. September 2010


Stilvoller Abend in der Scheune

Festival „Ensemble Six“ begeistert Besucher – 2011 wieder „Gut Horn hör’n“


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Begeisterte das Publikum am Eröffnungstag des Festivals“Gut Horn hör’n“ auf Gut Horn in Gristede: das „Ensemble Six“. BILD: ronald stock  Bild vergrößern

Die Veranstalter sind mit den Besucherzahlen deutlich zufriedener als 2009. Nur die Chance, das Gut zu besichtigen, wurde kaum genutzt.

von Ronald Stock Und Claus Stölting

Gristede - Zum zweiten Mal öffneten am Wochenende Renate Franz und Hans-Georg Frers die Pforten ihres Gristeder „Kulturguts“ und luden zahlreiche Gäste zum Festival „Gut Horn hör’n“ ein. Unter dem Motto „Temperamente“ boten sie ein Septemberwochenende, das seinen Auftakt mit einer durch das „Ensemble Six“ gebotenen Hommage an die Comedian Harmonists nahm.

Das 1992 gegründete Sextett „aus fünf Männerstimmen und einem Klavier“, das Auftritte auch im Berliner Hotel Adlon, in der Semperoper Dresden und im Konzerthaus Wien verzeichnet, unterhielt ein begeistertes Publikum mit alten Schlagern um Veronika und natürlich der Begegnung des kleinen, grünen Kaktus’ mit Herrn Krause vom Nachbarhause. Unter unvermitteltem Beifall des Publikums bedankte sich stellvertretender Bürgermeister Jörg Weden in seinem Grußwort, dass es den Veranstaltern gelungen sei, nun auch Gristede in die Liste führender Veranstaltungsorte des Ensembles aufzunehmen.

Mit ihrem Lied „Guten Abend schöne Frauen“ eröffneten die sechs in Frack und Lackschuh gekleideten Herren den Abend – und durch „Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ gelang es ihnen singend, auch das Wohlgefallen des männlichen Publikums zu gewinnen. Ideenreich und amüsant waren die Ansagen der Künstler zwischen vertrauten und weniger bekannteren Schlagern, die sie an diesem Abend unter Einsatz bescheidener, doch stets effektvoller Accessoires „bebilderten“.


Ein Schnurrbart wandert
Ein handbetriebener roter Propeller und zu Tragflächen ausgestreckte Arme genügten, um „Flieger, grüß’ mir die Sonne“ in Szene zu setzen. Und zusammengeschobene Kästen vermittelten künstlerisch eine abenteuerliche Autofahrt. Ein ähnlich der Loriotschen Nudel durch das Gesicht wandernder und schließlich, nachdem er zuvor alle Sänger anhaftend passierte, in einem überdimensionalen Taschentuch verschwindender Schnurrbart löste beim Publikum schallendes Gelächter aus. „Schöne Isabella von Kastilien, pack deine ganzen Utensilien und komm zurück zu mir nach Spanien!“


Ins Land der Toreros
Mit den hochgeknöpften Schwalbenschwänzen ihrer Fracks und einem roten Seidentuch versetzte das Ensemble „ins schöne Land der Toreros“. Hin und wieder in der Versuchung, nur für einen Moment die Augen zu schließen und sich das leichte Knistern einer Schellackplatte vorzustellen, zogen Mimik und Gestik der Künstler die Zuhörer in ihren Bann. Die letzte Zugabe der A-cappella-Gruppe, die bis auf Pianobegleitung ohne Instrumente auskommt, „Auf Wiederseh‘n, mein Fräulein, auf Wiederseh’n mein Herr“, beendete einen gelungenen Abend, der an Musikalität und stilvoller Unterhaltung keine Wünsche offen ließ. Die Veranstalter sind mit den Besucherzahlen deutlich zufriedener als 2009 – und wollen das Festival auch 2011 wieder anbieten, erklärte Renate Franz. Wenig genutzt wurde die Chance, das mit viel Aufwand instand gesetzte Gut zu besichtigen: In diesem Bereich werde nun über Änderungen nachgedacht, hieß es.

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