WIEFELSTEDE, 4. Februar 2012


Langsam schleicht sich Alltag ein

Soziales Jahr Neue Kurse am Nachmittag – Freizeit mit Freunden


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Mit ihrer guten Freundin, die gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr in Peru macht, hat Mirjam Rasch (rechts) an einem Fluss gezeltet. Doch ihr Aufenthalt ist nicht nur Urlaub – in der nächsten Zeit stehen für sie viele Seminare an. BILD: privat  Bild vergrößern

Mirjam Rasch hat sich gut eingelebt. Sie bekam Besuch von einer Freundin aus Peru.

von Mirjam Rasch

Wiefelstede - Mein Leben geht langsam wieder in den Alltag über. Der schöne Urlaub an der Küste ist nun vorbei und nachdem mich noch eine gute Freundin, die in Peru ihr Freiwilliges Soziales Jahr macht, besucht hat, geht nun auch wieder die Arbeit los. Mit meiner Freundin aus Peru hatte ich noch eine gute Woche Urlaub in Medellin.


Zelten am Fluss
Es war komisch, sie nach fünf Monaten endlich wieder zu sehen. Aber nach einem Tag der Eingewöhnung war es wieder wie vorher. Mit ihr hab ich die ganzen Sehenswürdigkeiten von Medellin abgeklappert und danach sind wir noch drei Tage zelten gewesen an einem wunderschönen Fluss in der Nähe. Dort war es ein wenig wärmer als in Medellin und somit konnte man es auch in der Nacht gut aushalten.

Wir sind ein wenig gewandert und haben die exotische Gegend erforscht, ansonsten war es einfach nur schön. Es war sehr interessant, mal etwas von einem anderen Freiwilligendienst zu hören. Doch nach einer Woche musste meine Freundin leider schon wieder zurück fliegen nach Peru, doch in meinen Osterferien werde ich sie dann in Peru besuchen.

In der Arbeit selbst hat sich auch einiges verändert. Vorher haben wir mit fünf Professoren und 18 Jugendlichen in der Weberei gearbeitet, nun wurden die Jugendlichen und Lehrer aufgeteilt auf die Weberei und die Schreinerei. Ich bin in der Weberei geblieben und mein Mitfreiwilliger Mathias ist in die Schreinerei gewechselt.

Auch an meiner Arbeit hat sich ein wenig geändert. Vorher habe ich immer eine Art Bewegungstherapie mit einer Jugendlichen, Johana, durchgeführt, das setze ich nun weiter fort, doch nun habe ich in der zweiten Stunde noch einen Jugendlichen namens Felipe, mit dem ich auch eine Art Bewegungstherapie mache. Für diese Arbeit und auch für die anderen Klassen, haben wir Freiwilligen einen Barfußpfad auf unserer Dachterrasse angelegt, mit verschiedenen Formen von Erde, Steinen, Sägespänen, Reis und Blättern.

Aber nicht nur am Morgen gibt es nun für mich ein total neues Arbeitsprogramm. Auch an den Nachmittagen hat sich einiges verändert. Vorher haben wir am Nachmittag Kunst, Chor, Rhythmik und Literatur gehabt. Nun sind es Gartenbau, Schreibhefte anfertigen, Bäckerei und Chor. Die neuen Sachen sagen mir viel mehr zu und es macht einen Riesenspaß mit den Kindern zu backen, selber Bücher zu binden und Blumentöpfe anzufertigen. Außerdem lernt man etwas, das man auch später in Deutschland gebrauchen kann. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben, die Arbeit ist immer noch recht anstrengend aber macht sehr viel Spaß. Nur, dass man langsam merkt, dass man immer besser mit den Kindern umgehen kann und auch den Lehrern dort ein wenig mehr unter die Arme greifen kann.


Eine große Familie
Nur die Spanischkenntnisse wollen einfach nicht besser werden, da ich bei der Arbeit meist nur die selben Sätze benutzen muss und wir einfach mit fünf Deutschen dort arbeiten. Natürlich wohne ich in einer Gastfamilie und spreche dort spanisch, aber so richtig voran geht es nicht. Meine Hoffnung, dass ich nach dem Jahr gut Spanisch sprechen kann, stirbt allerdings noch nicht. So langsam wächst alles zu einer großen Familie zusammen, besonders wir Freiwilligen verstehen uns super und unternehmen viel. An den Wochenenden sind wir meistens bei unserer Arbeit im Haus und gehen gemeinsam feiern, kochen oder denken uns weitere Projekte aus.

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Gut eingelebt
Ich bin einfach sehr froh, dass ich so ein Glück mit meinen Freiwilligen habe und wir eine richtige Familie für einander sind. Aber auch die anderen Lehrer werden langsam immer mehr zu einer Familie.

Oft kochen wir alle gemeinsam in der Fundacion oder unternehmen etwas in der Umgebung. In der nächsten Zeit stehen viele Seminare zur Weiterbildung an und auch unser Zwischenseminar wird bald stattfinden, bei dem wir auf alle Freiwilligen treffen, die in Kolumbien für ein Jahr arbeiten.

Ansonsten ist einfach alles so zur Gewohnheit geworden, wie es in Deutschland vorher auch war. Es ist nicht mehr so besonders, jeden Tag zur Arbeit zu gehen oder durch die Straßen von Kolumbien zu schlendern. Es ist einfach, als wäre man in eine andere Stadt gezogen und nun kennt man die Straßen und Ecken. Also würde ich sagen, ich habe mich nun endlich richtig eingelebt und fühle mich sehr wohl hier.






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