Viel Rauch und ein Donnerschlag
Schützen Böllergruppe holt Kanonen aus Jena – Premiere beim Kaiserschießen
Dr. Herbert Eckmeyer (links) und Werner Stadtsholte präsentieren die „Eos"-Kanone und die Miniaturausgabe „Klein-Eos", die aus Jena nach Cloppenburg geholt wurden. BILD: Peter Linkert 
VON PETER LINKERT
CLOPPENBURG - Ein satter Donnerschlag und jede Menge Rauch: Die „Eos“-Kanone, der ganze Stolz der Böller-Abteilung des dritten Zugs der Cloppenburger Bürgerschützen, hat Sonnabend ihre Jungfräulichkeit verloren. „Kanonier“ Dr. Herbert Eckmeyer hatte „Eos“ gewissenhaft auf den Schuss vorbereitet und gezündet. „Guter Klang“, urteilte Ferdinand Ostendorf nach dem Urknall. Nun ist alles klar für den ersten Einsatz der 75-Millimeter-Kanone beim Kaiserschießen.
Eckmeyer und Ostendorf hatten „Eos“ Sonnabend per Lastwagen aus Jena geholt. Knapp 1000 Kilometer haben sie auf sich genommen, um der Böllergruppe und damit dem gesamten Verein zu einem neuen Prunkstück zu verhelfen. „Eos“ steht hier übrigens nicht für die Göttin der Morgenröte, sondern schlicht für die Namen der maßgeblichen Initiatoren und Sponsoren, zu denen neben Eckmeyer und Ostendorf noch Manfred Steinkamp gehört.
Beim Probeschuss gab es einiges zu berücksichtigen: „50 Meter Abstand nach vorne und jeweils fünf nach hinten und zu den Seiten“, gab Eckmeyer als Befehl aus. Und dann Ohren zu und Mund auf – wegen des Drucks. 110 Dezibel würden erreicht. Das entspreche dem Lärm eines startenden Flugzeugs.
Zum Jenaer Paket gehört auch eine kleinere, 49-Millimeter-Kanone, mit der später auf Turnieren scharf geschossen werden soll. „Eos“ ist nur zum Böllern gedacht und soll am Sonnabend, 7. August, beim Kaiserschießen Premiere feiern. Zuvor aber wird Kaplan Karsten Weidisch auf dem Bernay-Platz die Kanone segnen und die neue Standarte des III. Zugs feierlich weihen. Die Schützen treffen sich dort ab 12.30 Uhr. Nach der Standartenweihe gibt die Cloppenburger Feuerwehrkapelle ein kurzes Platzkonzert.
„Eine solche Kanone mag daran erinnern, dass es in früheren Zeiten notwendig war, Haus und Hof zu verteidigen, schließlich ist der Schützenverein aus dieser Erfordernis heraus entstanden“, so Eckmeyer. Heute aber, nach 65 Jahren Frieden, solle sie nur der Freude Ausdruck geben. Beim Kaiseradlerschießen im Stadtpark werde die Kanone den Beginn und die entscheidende Phase, das „Lockern“ ankündigen und zum dritten Mal böllern, wenn der Kaiser feststeht. „Unser Dank gilt in diesem Zusammenhang auch dem Technischen Hilfswerk, das seine Unterstützung beim Transport der Kanone im Stadtgebiet zugesagt hat“, so Eckmeyer.
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