„Mais ist der King bei Biogas“
Erneuerbare Energien Pacht- und Strompreise machen Wernsing große Sorgen
VON PETER LINKERT
ADDRUP - Das Addruper Unternehmen Wernsing Feinkost warnt vor den Folgen einer subventionierten Verbrennung von nachwachsenden Lebensmittelrohstoffen zu Energie. Man sei keineswegs gegen erneuerbare Energien, so Geschäftsführer Stefan Wernsing, aber man sollte sich auf Sonne, Wind und Wasser konzentrieren. Auch Biogasanlagen seien akzeptabel, sie dürften aber nur mit Reststoffen bestückt werden, forderte Wernsing im Gespräch mit den FDP-Bundestagsabgeordneten Angelika Brunkhorst, Dr. Christiane Ratjen-Damerau und Hans-Michael Goldmann, die dem Unternehmen am Dienstag einen Besuch abstatteten. Goldmann ist Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Hintergrund des Gesprächs sind die steigenden Preise für Ackerlandflächen und für Strom. Beides ist für Wernsing von existenzieller Bedeutung. Das Ackerland wird gebraucht, um in der Umgebung des Unternehmens aus der Gemeinde Essen ausreichend Kartoffeln anbauen zu können, Strom wird für die Produktion in hohem Maße benötigt. Allein in diesem Jahr schätzt Wernsing die Mehrbelastung bei den Produktionskosten auf etwa zwölf Millionen Euro.
Man stelle sich gerne dem europäischen Wettbewerb, so Stefan Wernsing und sein Co-Geschäftsführer Bernard Suding. Allerdings müsse es schon gleiche Bedingungen für alle geben. Die Konkurrenz vor allem in Holland und Belgien hätte diese Mehrkosten nicht zu schultern.
Im Zuge der Subventionierung insbesondere von Mais als Brennstoff in Biogasanlagen sind die Hektarpreise für Ackerland stark angestiegen. „Mais ist der King bei Biogas“, und der subventionierte Maispreis sei die Maßgabe für die Pachtpreise.
Die FDP-Politiker zeigten Verständnis für die Probleme, sagten aber, dass es vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Kernenergie kaum Alternativen zur Subventionierung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz gebe.
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