Pension für Störche ist eröffnet
Barßelermoor Johann Tepe baut einen Nistplatz in acht Metern Höhe
von Hans Passmann
Barßelermoor - Als im vergangenen Sommer etwa zwölf Störche über eine Weide hinter seinem Haus an der Deichstraße in Barßelermoor (Kreis Cloppenburg) stolzierten und hungrig auf der Suche nach Beute waren, brachte das Johann Tepe auf eine spontane Idee. Adebar könnte man doch hier wieder heimisch machen. Das ist mittlerweile schon fast 50 Jahre her. Seitdem hat sich das Federvieh nicht wieder getraut, hier an Soeste, Nordloher oder Barßeler Tief zu nisten. Doch das soll anders werden.
Nest in luftiger Höhe
Auf seinem Grundstück wird den Störchen nun wieder ein Nistplatz zur Verfügung gestellt. „Der Anblick des schwarz-weißen Vogels war damals so wunderbar, dass ich in den vergangenen Wochen ein Storchennetz in Eigeninitiative gebaut habe“, sagt Tepe. Rund acht Meter ragt der Pfahl aus mehreren ausgedienten Abflussrohren, in den Himmel. „Der kann nicht umkippen, denn teilweise ist er einbetoniert“, sagt Tepe.
Das neue Quartier für Freund Adebar hat einen Durchmesser von 120 Zentimetern. Auf einen runden Rahmen ist ein Nest aus Weidenzweigen konstruiert worden. Ausgelegt wurde es mit älterem Heu und Holzschredder. Darauf wurden kleine Birkenzweige verstreut, die zum Nistbau anregen. Wichtig ist aber nicht nur die Bauweise, sondern auch der Standort. Die Nähe zur Soeste, Barßeler, Nordloher-Tief, Leda und Jümme sind für die Nahrungssuche der Störche erfolgsversprechend. Die Nähe der sumpfigen Wiesen in Flussnähe sprechen ebenfalls für den Standort.
Der Weißstorch ernährt sich ausschließlich von Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Fröschen, Mäusen, Fischen und Aas. Der Storch bezieht zudem gerne Nester in der Nähe von Menschen. In der Regel kommen die Störche erst Anfang März zurück. Alle Störche ziehen wohl auf Grund des Klimawandels nicht mehr bis Afrika, sondern bleiben in Spanien.
Warten auf die Störche
Im vergangenen Jahr erst hatte ein Freundeskreis der Freiwilligen Feuerwehr Barßel unter Federführung des ehemaligen Gemeindebrandmeisters Heino Weyland ein Storchennetz bei der Ebkenschen Windmühle mit einer Höhe von rund zwölf Metern errichtet. Nach wenigen Wochen ließen sich die ersten Störche auf dem neuen Horst blicken. Doch der „Glücksbringer“ überlegte es sich nach ein paar Tagen und flog weiter. Auch wenn es derzeit bitterkalt ist, in einigen Wochen dürften die ersten Störche wieder zurückkommen. Dann hoffen nicht nur die Feuerwehrmänner, sondern auch Johann Tepe und die Nachbarn, dass sich Adebar auf der „neuen Wohnung“ niederlässt.
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