Aus für gymnasiales Angebot
Kreisschulausschuss Mehrheit lehnt Antrag der Gemeinde Barßel ab
von Carsten Bickschlag Und Carsten Mensing
Barßel - Der Kreisschulausschuss des Landkreises Cloppenburg hat am Dienstag den Antrag der Gemeinde Barßel auf Einrichtung einer Oberschule mit gymnasialen Zweig mehrheitlich abgelehnt. Zwölf Ausschussmitglieder stimmten gegen den Antrag, zwei enthielten sich. Einzig Hans Meyer aus Gehlenberg, Wilhelm Bohnstengel aus Friesoythe, Uschi Nüdling aus Barßel (alle SPD) und Torben Haak aus Elisabethfehn (CDU) stimmten dafür. Die Entscheidung gegen eine Oberschule mit gymnasialen Zweig kommt nicht überraschend, denn die CDU-Kreistagsfraktion hatte sich im Vorfeld gegen den gymnasialen Zweig in Barßel ausgesprochen (die NWZ berichtete).
Doch bevor es im Cloppenburger Kreishaus zur Abstimmung kam, wurde fast zwei Stunden eifrig über das Thema diskutiert. „Als wir vor einigen Jahren in Ramsloh ein Gymnasium eingerichtet haben, hat das der Kreistag mit der Annahme beschlossen, dass dies vor allem für beide Gemeinden nördlich des Küstenkanals ist“, sagte Landrat Hans Eveslage. Zudem sei eine 75,3 prozentige Übergangsquote fürs Gymnasium – wie von Barßel genannt – unrealistisch. „Wir gehen von 32 Prozent kreisweit aus“, so Eveslage. Ohne gymnasiales Angebot in Barßel könne das Laurentius-Siemer-Gymnasium in Ramsloh aufgrund der Schülerzahlen außerdem in den nächsten Jahren dreizügig bleiben oder sogar vierzügig werden. „Mit dem Barßeler Angebot werden beide Angebote nicht mal zweizügig“, lehnte Eveslage das Ansinnen der Barßeler ab.
Torben Haak, der sich gegen die eigene Fraktion stellte, betonte, es gehe nicht um einen Konkurrenzkampf zwischen Ramsloh und Barßel, sondern um Elternwillen in Barßel: „Die Gemeinde hat den Antrag sehr gut ausgearbeitet und der Elternwille ist klar für die Einrichtung einer Oberschule mit gymnasialen Zweig.“ Wilhelm Bohnstengel war überzeugt, dass „ein neues gymnasiales Angebot den Nordkreis bereichert“.
Georg Meyer aus Cloppenburg (CDU) hielt dagegen: „Mit einem zusätzlichen Angebot wird die Qualität gemindert werden. Also kein zusätzliches gymnasiales Angebot im Nordkreis.“ Kreiselternratsvorsitzender Aloys Budde aus Sedelsberg ergänzte, es werde nur in den Hauptfächern gymnasialer Unterricht erteilt, „ein qualitatives Manko für die Oberschule mit gymnasialen Zweig“. In den fünften Klassen gebe es zudem gar keinen gymnasialen Unterricht.
Die Diskussion wurde nach zwei Stunden mit der Ablehnung des Barßeler Antrags beendet.
NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv
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