CAPPELN, 20. März 2010


Eine Entscheidung steht auch weiter aus

Politik Sevelter „Piraten“ bleiben in der Grundschule – Debatte um Baukosten


Die Betroffenen wollen ein Ende des herrschenden Provisoriums. Bürgermeister Grote sieht weiterhin Gesprächsbedarf.

von Bodo Meier

Cappeln - „Wir wollen keinen Luxustempel für unsere Kinder.“ Nach fast drei Jahren Diskussion in den unterschiedlichsten Gremien haben die Eltern und Kindergärtnerinnen vom Kindergarten St. Marien in Sevelten bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Cappeln ein ende des herrschenden Provisoriums gefordert. Seit drei Jahren sind die „Piraten“, eine von vier Gruppen der Einrichtung, in der Grundschule untergebracht .

„Die ersten Kinder dieser Gruppe lernen den Kindergarten gar nicht kennen, weil sie mit ihrer Einschulung nur die Räume wechseln, so die Gruppenleiterin Marlene Thobe. Die Pausen- und Spielmöglichkeiten seien sowohl für die Grundschulkinder als auch für die „Piraten“ eingeschränkt. Eine Krippe gibt es noch nicht.


Suche nach Erklärungen
Die CDU-Räte Ludger Brokamp und Georg Meyer kritisierten anlässlich des jüngsten Treffens des zuständigen Fachausschusses die explosionsartig auf 2,65 Millionen Euro gestiegenen Kosten für einen Neubau (die Nordwest Zeitung berichtete). Meldungen über günstigere Neubauten von Kindergärten im Landkreis nährten die Forderung weiterer Ratsmitglieder nach einer plausiblen Erklärung der hohen Kosten für einen im Februar 2009 beschlossenen Neubau, der 1,8 Millionen Euro kosten sollte.

Da sich das Bischöflich Münstersche Offizialat (BMO) Vechta als Bauträger des Kindergartens finanziell beteiligt, sieht Cappelns Bürgermeister Reinhold Grote (CDU) mit der Verwaltung noch Gesprächsbedarf, bevor der Rat sein entscheidendes Votum abgibt. „Wir müssen wissen, was das BMO will“, so Grote.

Ratsherr und Kirchenprovisor Josef Moormann (CDU) bezeichnete die derzeitig genannten Baukosten als Spekulation. Was es tatsächlich koste, entscheide sich durch die Ausschreibung. Und da sei noch nichts passiert, denn „das BMO wartet auf grünes Licht von der Gemeinde“. Darauf hoffen die betroffenen Eltern jetzt in der für April geplanten nächsten Ratssitzung.

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Wo steht das Offizialat
Darüber hinaus ging es auch weiter um Geld. Bei einer Stimmenthaltung sorgte die CDU-Fraktion für die Ablehnung eines SPD-Antrages auf einen Zuschuss in Höhe von einem Euro pro Quadratmeter Bauland für Familien mit Kinder. Die FDP hatte den Antrag der Genossen unterstützt.




 



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