Comedian kämpft an mehreren Fronten
veranstaltung Dresdner Olaf Schubert gastiert in Cloppenburger Stadthalle
cloppenburg - Als „Bundes-Olaf und Zentral-Schubert“ ist der Betroffenheitslyriker im Pullunder mit hoher Stirn und schmalen Schultern berufen, die großen Probleme der Welt und die kleineren Wünsche seinem Volk näher zu bringen. Zum ersten Mal stand Comedian Olaf Schubert aus Dresden am Donnerstag auf der Bühne der Cloppenburger Stadthalle und war durchaus etwas nervös.
Er sei schließlich das erste Mal in Cloppenburg, aber schön sei es hier. Und Empfang mit dem Handy habe man hier auch, reagiert der Sachse spontan auf das klingelnde Telefon eines Fans. „Meine Kämpfe“ so der Titel seines Programms, denn das „Wunder im Pullunder“ kämpft an mehreren Fronten: „Für nur einen Kampf würde ich nicht aufstehen.“
Als Spross einer Chirurgendynastie „alter sächsischer Amputationsadel“ weiß er um die Gesundheit. Sein Vater, ein berühmter Arzt, habe der Bundeskanzlerin die Prostata entfernt – nur ein kleiner Schnitt. Übergewicht, Rückenschmerzen und nicht Sterben wollen, die dringendsten Probleme, glaubt man dem Wortverdreher und Querdenker.
Für die Gesellschaft, die immer älter werde und „null Bock auf Friedhof“ habe, schlägt Schubert eine „Erlebnis-Bestatteria“ vor „und wer nicht kommt, wird abgeholt“. Kritisch betrachte er den Drang zum Schönen. Schönheitschirurgie heißt bei Schubert „Änderungsfleischerei“ und erfüllt jeden Wunsch: auch eine dritte Brust auf dem Rücken.
Offen spricht der Sachse über „Urinanreicherung in der Atompolitik“ und über die endlichen Ressourcen: Aufpassen müsse derjenige, der in 30 Jahren noch Heizöl im Keller habe. „Sonst kommt der Dschihad oder GI, und dann wird im Keller eine Demokratie errichtet.“
Geschlechterkampf und Träume stehen neben dem „Krieg auf dem Ceranfeld“ auf seiner Agenda. Für die Jahrtausende währende Unterdrückung des weiblichen Geschlechts hat Schubert eine einfache Erklärung: „Weil sie sich bewährt hat!“ Und er legt nach mit „Geschlechtsverkehr hält nicht, was die Onanie verspricht.“
Weitere Wortneuschöpfungen und –verdrehungen fanden sich in seinen Liedern, bei denen er von Jochen Barkas und Bert Stephan begleitet wurde. Ein Abend voller Witz, manches Mal unterhalb der Gürtellinie, dann wieder mit tiefsinnigen Spitzen, einfach toll.
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