Kinder an der Armutsgrenze
vortrag Referentinnen warnen vor Benachteiligungen – Bildung wichtiger Aspekt
von sigrid lünnemann
cloppenburg - Aus Kindern werden Leute – dies musste auch Dr. Heinrich Dickerhoff feststellen, als er im Kardinal-von-Galen-Haus vor rund 50 Gästen die Referentin Dr. Claudia Schomaker vorstellte, die vor Jahren seine eigenen Kinder als Kindermädchen betreute. Die gebürtige Cloppenburgerin, die als Dozentin an der Universität Oldenburg arbeitet, referierte am Donnerstagabend im Rahmen der Vortragsreihe „Grenzgänger“ gemeinsam mit Prof. Dr. Susanne Miller von der Universität Bielefeld über das Thema „Kinder an der Armutsgrenze“. Initiator dieses Abends war Dr. Robert Berges., Vorsitzender der Cloppenburger Tafel.
Berges betonte, dass sich die Tafel bemühe, die betroffenen Kinder nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern ihnen auch die Möglichkeit geben möchte, am sozialen Leben teilzunehmen. Dazu gehöre die Unterstützung mit Nachhilfestunden ebenso wie finanzielle Hilfe für einen langersehnten, aber von den Eltern nicht finanzierbaren Zoobesuch.
Die beiden Referentinnen betonten in ihrem dreistündigen Vortrag, den sie abwechselnd hielten, dass vor allem alleinerziehende Mütter, Familien mit Migrationshintergrund, Familien in Erwerbslosigkeit und Familien mit mehr als drei Kindern von einem Absinken unter die Armutsgrenze bedroht seien.
Diese Kinder seien nicht nur finanziell benachteiligt, sondern sie würden häufig auch im kulturellen, sozialen und gesundheitlichen Bereich erhebliche Defizite aufweisen. So würde den Eltern häufig das Geld zum Kauf der notwendigen Schulmaterialen, zusätzlicher Bücher oder für den Besuch einer Musikschule oder eines Sportvereins fehlen. Durch diese Benachteiligung würde den betroffenen Kindern der Zugang zu Bildung, zu einem guten Ausbildungsplatz und damit zu einer gesicherten eigenen Existenz fehlen.
Bildung sei der wichtigste Aspekt, um Kindern soziale und berufliche Chancen zu eröffnen, betonte Miller. Auch der Bildungsstand und die soziale Eingliederung der Eltern seien in diesem Zusammenhang von erheblicher Bedeutung. Die Referentinnen forderten bedarfsgerechte Regelsätze für Kinder, damit Kinder aus sozial schwachen Familien auch am sozialen Leben teilnehmen können.
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