Appelt-Kosmos liegt weit unterhalb der Gürtellinie
Auftritt Comedian in der Cloppenburger Stadthalle – Liebesleben sein Element
Am Ende seiner Show ließ Appelt die Hose runter. Viele seiner Sprüche waren unterhalb der Gürtellinie. BILD: Bodo Meier 
Cloppenburg - Ingo Appelt hat mit 43 Jahren zwar seine Frisur geändert, aber sein Vokabular ist geblieben. Im dunklen Nadelstreifenanzug, Weste und weißem Hemd, mit aufgestellter Haarpracht anstelle des markanten Dreiecks auf der Stirn, betritt der Comedian am Sonntag die Bühne der Cloppenburger Stadthalle. Allerdings nur kurz. Gleich nachdem er die rund 300 Fans wegen mangelnder Euphorie zusammenstaucht – „das hat man davon, wenn man in so einem Drecksnest wie Cloppenburg auftritt“ – verschwindet Appelt, um mit dem von ihm eingeforderten und einstudierten Gejohle erneut aufzutreten.
Im ersten Teil des Programms „Männer muss man schlagen“ ist der in Essen geborene Komiker in seinem Element: dem Liebesleben der Menschen. Das vom zweifachen Familienvater am häufigsten gebrauchte Wort ist nach wie vor das Wort mit dem „F. . .“. Solange die Fans über seine Theorien über die unterschiedlichsten Gefühle und geheimsten Wünsche der Menschheit beim Beischlaf lachen und applaudieren, ist die Appelt-Welt in Ordnung. So zieht Appelt über die beiden Geschlechter her, das selbst die Leuchtschrift auf der Bühne rot anläuft und bedient dabei allerlei Klischees, besonders die „platten“. Dass dabei nicht alles gut ankommt, merkt auch der Comedian auf der Bühne. Auch wenn die Cloppenburger über die Parodien seiner Kollegen aus der Comedy-Ecke und Schlagerwelt lachen, so sei es nicht der Inhalt sonder nur die Art und Weise, wie Appelt das macht, versichert ein Gast in der Pause. Herbert Grönemeyer habe eine „pre-ejakulative Gesangstechnik heißt es da und Xavier Naidoo höre sich an wie ein Sterbebegleitung für Deutschland. Als der „Sitzpinkler Appelt“ für Naidoo noch nachlegt: „Der Vatikan schickt Xavier Naidoo bald einen Jesus-Baukasten: ein paar Nägel und zwei Holzbalken“, mögen die Cloppenburger darüber nicht so recht lachen.
Witze über die „Bundesmutti Merkel“, die sich garantiert nicht nach oben geschlafen habe, oder über den 9. September, den Appelt als „Domino-Day“ bezeichnet, kommen weniger gut an beim Publikum. Trotzdem gibt Ingo Appelt sein letztes Hemd.
Bevor er seinen Oberkörper entblößt, singt er noch ein Liebeslied mit dem passenden Refrain: „Ein bisschen Sex, meine Ruhe und ein Bier. Mehr will ich nicht von dir“, und als Zugabe ein Loblied auf das Appeltsche Geschlechtsteil. Dann lässt er die Hose fallen und steht mit Bierbauch und Glitzer-Unterhose, ohne Eingriff, vor seinem Publikum.
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