CLOPPENBURG, 11. April 2011


Ulrich schwärmt für Hummeln

Ausstellungseröffnung Museumsdorf zeigt alte Musikinstrumente bis 10. Juli


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Der Sammler und Instrumentenbauer Wilfried Ulrich faszinierte die Besucher mit der musikalischen Wandlungsfähigkeit der Hummel. BILD: Sigrid Lünnemann  Bild vergrößern

Die Ausstellung wird mit Konzerten untermalt. Die Hummel war beim Volk sehr beliebt.

von Sigrid Lünnemann

Cloppenburg - Noch vor gut 150 Jahren war die Hummel in Norddeutschland ein beliebtes Volksmusikinstrument. Besonders in den ländlich-strukturierten Gebieten erfreute sich dieses Saiteninstrument, das an eine Zither erinnert, großer Beliebtheit.

„Selbst der Grobschmied konnte nach einem langen harten Arbeitstag mit seinen groben Fingern das Instrument spielen. Diese Einfachheit hat stark zu ihrer großen Verbreitung und Beliebtheit im einfachen Volk beigetragen“, erklärte Wilfried Ulrich aus dem ostfriesischen Norden bei der Ausstellungseröffnung am Sonntagvormittag. Der begeisterte Instrumentenbauer und leidenschaftliche Hummel-Sammler stellt in der Münchhausenscheune des Cloppenburger Museumsdorfs noch bis zum 10. Juli zahlreiche historische Hummeln vor. Seine eigene Sammlung, in der auch die letzte erhaltene ostfriesische Hummel zu finden ist, wird mit Museums-Leihgaben aus Deutschland, Belgien und Dänemark ergänzt.

Die Hummel kam zu ihrem ungewöhnlichen Namen, weil sie neben den Melodiesaiten frei mitschwingende Begleitsaiten hat, die einen charakteristischen Brummton erzeugen, der an eine fliegende Hummel erinnert. In den Kammern und Spinnstuben wurde abends die Hummel auf den Tisch gelegt und einfache Volksweisen, die jeder mitsingen konnte, wurden gespielt, erklärte Ulrich. In Belgien wird sogar jedes Jahr ein nationaler Hummeltag gefeiert, schwärmte der Hummel-Liebhaber und gestand, dass ein ostfriesischer Hummeltag sein größter Traum wäre.

Der Sammler und Instrumentenbauer referierte aber nicht nur über den Bau und die Geschichte des historischen Volksmusikinstruments, sondern spielte auch sehr zur Freunde der gut 30 Besucher verschiedene Instrumente mit einem Federkiel und einem Stift. Die Bandbreite reichte dabei von niederdeutschen Volksliedern aus dem 13. Jahrhundert bis zu Bluessongs. Zur Eröffnung war auch Pierre Duval aus Frankreich angereist, der seine hummelähnliche „èpinette des Vosges“ mitbrachte und einige Stücke spielte.

In der Ausstellung können sich die Besucher nicht nur ein Bild von der Bedeutung der Hummel als Volksmusikinstrument in ganz Europa machen, sondern sich auch auf verschiedenen Übungsinstrumenten selbst als Hummel-Spieler versuchen. Die Ausstellung wird durch eine kleine Konzertreihe begleitet. So spielt zunächst am Sonntag, 8. Mai, um 11.30 Uhr das „Zitherensemble des Landesverbandes Nord im Deutschen Zitherbund“ in der Münchhausenscheune.

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