„Existenzen in Gefahr gebracht“
Käfig-Haltung Kreislandvolk-Vorsitzender Berges beklagt Wettbewerbsverzerrung
eb
Cloppenburg - Vor „massiven Wettbewerbsverzerrungen mit bislang nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen“ für die hiesige Landwirtschaft warnt der Kreislandvolkverband Cloppenburg. Kreisvorsitzender Hubertus Berges erklärte am Freitag in Cloppenburg, dass das ab dem 1. Januar 2012 in der gesamten Europäischen Union geltende Verbot der Käfighaltung von Legehennen längst nicht von allen EU-Mitgliedsstaaten eingehalten werde. Berges: „Während sich unsere Landwirte an die Vorgaben aus Brüssel halten, sind zum Beispiel Belgien, Frankreich, Polen, Portugal, Rumänien und Bulgarien nicht so weit.“
Importe werden gebraucht
Die Folge könnte sein, dass nun Eier aus der verbotenen Käfighaltung nach Deutschland eingeführt würden. Schließlich sei die Bundesrepublik mit einem Selbstversorgungsgrad von 50 bis 60 Prozent auf Einfuhren angewiesen. Das betreffe Frischeier ebenso wie industriell verarbeitete Eier. Berges: „Es kann sein, dass diese per Gesetz illegalen Eier und Ei-Produkte eingeführt werden.“ Das Perfide dabei sei, dass beispielsweise in Tschechien Käfige installiert worden seien, die „hier bei uns abgebaut wurden“.
Berges, der mit dem Kreislandvolkverband Cloppenburg die Interessen von mehr als 3000 Landwirten vertritt, kritisierte, dass das von der EU vorgegebene Verbot der Käfighaltung nicht zeitgleich von den Mitgliedsländern umgesetzt werde. Deutschland habe wieder einmal den Vorreiter gespielt und damit die berufliche Existenz von ganzen Familien in Gefahr gebracht. Illegale Eier könnten preiswerter am Markt abgesetzt werden. Berges: „Damit würden unsere Eierproduzenten wirtschaftliche Einbußen erleiden.“
Berges appelliert
Berges forderte die zuständigen Behörden auf, dafür Sorge zu tragen, dass keine illegalen Eier in den Handel gelangten. Berges: „Was die EU angerichtet hat, müssen unsere Landwirte wieder einmal ausbaden.“
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