„Beste Aussichten für das Oldenburger Münsterland“
Neujahrsempfang Leiter des Berlin-Instituts hält Festrede – „An Werten festhalten“
Cloppenburg - Die Aussichten der Region Oldenburger Münsterland sind ausgezeichnet, in den Anstrengungen darf aber nicht nachgelassen werden. Das ist das Fazit des Vortrags von Dr. Reiner Klingholz. Der Leiter des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hielt am Sonnabend die Festrede beim Neujahrsempfang der Stadt Cloppenburg im Rathaus.
Klingholz brachte das an trockenen Daten und Fakten orientierte Thema unterhaltsam an den Mann. Die Bevölkerungszahlen in ländlichen Gebieten gehe überall zurück – nur nicht im Oldenburger Münsterland. Da habe man sich im Institut gefragt, wie das sein könne. „Die sind in der Moderne wohl noch nicht angekommen und etwas zurückgeblieben – daher auch die hohe Kinderzahl“, habe man gemutmaßt. „Aber das war ein Trugschluss“, räumte Klingholz ein.
Hintergrund für das bundesweit für Beachtung sorgende Wachstum seien aber in der Tat die hohe Geburtenrate (auch ohne Zuwanderer), die Zuwanderung selbst und die Orientierung an Werten wie Glaube, Solidarität, Fleiß, Arbeitsethos, Familienzusammenhalt und Verantwortung, die ihre historischen Wurzeln auch in der Isolierung des Landstrichs hätten. Von außen sei nie Hilfe zu erwarten gewesen, also musste man sich schon früh selbst helfen.
Daraus resultiere auch der starke familiengeführte Mittelstand, der es verstanden habe, aus der Landwirtschaft eine lange Wertschöpfungskette zu entwickeln, deren Akteure zumeist aus dem eigenen Landstrich stammten.
Klingholz riet, weiter an der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu arbeiten und die vermeintlich alten Werte, die heute wieder modern würden, hochzuhalten.
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