Simone Grafe will es richtig krachen lassen
Theater Veranstaltungstechnikerin spielt bei der Studio-Bühne mit – Aufführung zugleich Abschlussarbeit
von Reiner Kramer
Cloppenburg - Wenn Simone Grafe am Freitag, 23. März, 19.30 Uhr, auf die Bühne in der Cloppenburger Stadthalle steigt, wird das Lampenfieber gleich doppelt zuschlagen. Denn für die 20-Jährige hat der Termin in zweifacher Hinsicht große Bedeutung: Zum einen agiert sie als „Emily“ mit der Studio-Bühne Cloppenburg im Thornton-Wilder-Stück „Unsere kleine Stadt“. Zum anderen soll die Aufführung auch der Abschluss ihrer Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik werden. In der Stadthalle gestaltet die Cappelnerin dafür Bühnenbild, Licht- und Tontechnik – und hält auch einige „Knaller“ für die Besucher bereit, wie sie verspricht.
Es habe sie schon immer stark zur Bühne gezogen, berichtet die in Emstek aufgewachsene junge Frau. Deshalb auch die Berufswahl, die sie im August 2009 zur Mannschaft der Stadthallen-Betriebs GmbH führte. Bis auf Teilnahmen bei „Mini-Playback-Shows“ habe es bislang aber nicht für größere Auftritte gereicht, sagt sie verschmitzt. In der neuen Inszenierung der Studio-Bühne – eine fast komplett neue Gruppe mit Akteuren im Alter von zwölf bis 70 Jahren – spielt sie eine der tragenden Rollen.
Buchstäblich die tragende Rolle in der Bühnentechnik übernimmt während der Vorstellung das Team hinter dem Vorhang: zwei Meister, zwei Auszubildende und fünf Bühnenhelfer sind für die Technik in Stadt- und Münsterlandhalle zuständig. Bis dahin muss Grafe ein Skript gefertigt haben, dass haargenau alle Licht- und Toneinstellungen vorsieht. Eine Dokumentation geht an den Prüfungsausschuss, in einer mündlichen Prüfung muss sie nochmals dazu Stellung nehmen. Viele Ideen habe sie schon. „Ich will auch Pyrotechnik einsetzen“, sagt Grafe – und das nicht zum ersten Mal. Schon bei den Galaabenden der Big Band Bösel war auf ihre Initiative ein brennendes Herz auf die Bühne gestellt worden.
Bei Einsatz solcher Technik sei es wichtig, vorher mit den Akteuren – 19 sind auf der Bühne – zu Proben. „Schön ist schön, aber die Sicherheit hat oberste Priorität“, sagt Jörg Menzel, Veranstaltungstechniker bei der Stadthalle. Er sitzt in der Prüfungskommission und wird sich natürlich die Aufführung ansehen.
„Die Bühne ist viel größer als im Bebop. Die Laufwege sind länger“, erläutert Grafe die Herausforderungen, nach zwei Aufführungen in der Kulturkneipe Bebop in die Stadthalle zu wechseln (s. Infobox). Das Licht müsse im ersten Akt des Stücks den Alltag unterstreichen, im zweiten eine Hochzeit und schließlich eine Friedhofsszenerie.
Auch nach ihrer Ausbildung will es Grafe so richtig krachen lassen: „Ich möchte gerne in den Bereich Pyrotechnik gehen“, Autos anzünden und in die Luft jagen – das wäre ihr Traum.
An diesem Wochenende geht es aber zunächst ins Kloster Endel zum Probenwochenende.
Die Premiere der Produktion „Unsere kleine Stadt“ der Studio-Bühne ist am Freitag, 16. März, um 19.30 Uhr im Bebop. Eine weitere Aufführung folgt am Dienstag, 20. März, 19.30 Uhr, im Bebop, bevor die Schauspieler am Freitag, 23. März, 19.30 Uhr, in der Stadthalle auftreten.
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