Zweckverband bestätigt „Outsourcing“-Überlegungen
WirtschaftMeyer: Harter Verdrängungswettbewerb zwingt Fleischmehlfabrik zum Kostensparen
Kampe/Oldenburg - KAMPE/OLDENBURG/TH - Der Oldenburgisch-ostfriesische Zweckverband für Tierkörperbeseitigung hat gestern bestätigt, dass es in der Oldenburger Fleischmehlfabrik in Kampe Überlegungen zur Ausgliederung des Fuhrparks gebe. Der Zweckverband ist alleiniger Gesellschafter der Fleischmehlfabrik GmbH. Wie berichtet, hatten am Dienstag zahlreiche Fahrer und Mitarbeiter der Fabrik mit einer Demonstration gegen die Arbeitsbedingungen protestiert und dagegen, dass sich das Unternehmen bisher jedem Tarifvertrag verweigere.
Verbandsgeschäftsführer Karl-Heinz Meyer sagte gestern auf Anfrage der NWZ, richtig sei, dass das Unternehmen aus Gründen eines harten Verdrängungswettbewerbes zu konsequentem Kostensparen gezwungen sei. Daher habe die Geschäftsführung mit einem Großteil der Mitarbeiter einzelvertragliche Vereinbarungen abgeschlossen, die unter anderem den Wegfall einer bisher bezahlten einstündigen Pause pro Tag beinhalte. „95 Prozent der Fahrer haben dem zugestimmt“, sagte Meyer. Das gelte auch für die Festlegung neuer Schichten, die zwar bedauerlicherweise zu Einkommenseinbußen führten, jedoch wegen der gesetzlich verschärften Lenkzeitenregelungen unumgänglich seien. „Die Alternative wären längere Standzeiten für die Lastwagen, das ist aus wirtschaftlichen Gründen aber nicht vertretbar“, sagte Meyer weiter. Sollte es zu keiner Einigung mit dem Betriebsrat über Schichten bzw. die Streichung der Pause kommen, gebe es kaum Chancen, den Fuhrpark in dem Unternehmen zu halten.
Dazu erklärte gestern der Bezirksgeschäftsführer der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie (IGBCE), Markus Ditzler, die Mitarbeiter ließen sich nicht erpressen. Abgesehen davon sei das angedrohte Outsourcing für das Unternehmen mit erheblichen Kosten verbunden. Es werde dann um einen Interessenausgleich gehen, und es sei davon auszugehen, dass der künftige Betrieb sämtliche Fahrer übernehmen müsse, da es sich dann um einen Betriebsübergang handele.
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