Bernd Abeln kickt am Computer
WETTSTREIT Markhauser nimmt an den deutschen E-Sport-Meisterschaften teil
Bernd Abeln beim Training für die deutschen E-Sport-Meisterschaften am Wochenende in Köln. BILD: SVEN MERTINKAT 
VON SVEN MERTINKAT
Markhausen - Der Traum vieler Jungs: Geldverdienen mit Computerspielen. Bernd Abeln hat das Privileg. Der Markhauser verdient sich mit E-Sport etwas dazu. E-Sport steht für elektronischen Sport. Der 18-Jährige spielt vor allem die Fußballsimulation „Fifa 09“. Das Ziel dabei: mehr Tore als der Gegner schießen. „Von den Prämien kann ich sicherlich nicht leben, aber ich habe mehr als manch anderer in meinem Alter“, sagt der Gymnasiast.
Gespannt guckt Bernd Abeln auf seinen Monitor, gleich geht es los – das Spiel, und sein Training. Am kommenden Wochenende nimmt er mit seiner Mannschaft „pod virtual gaming“ an den deutschen E-Sport-Meisterschaften in Köln teil. Und dafür ist, wie für reale Turniere, viel Training nötig. Nach wenigen Sekunden führt Abeln gegen den Computergegner, der keine Herausforderung darstellt. Er spielt lieber gegen reale Gegner – über das Internet. „Die sind stärker, das fordert einen mehr.“ Dort kennt man ihn unter dem Synonym „chunky“. „Der Name kommt von meinem Lieblings-Schokoriegel, Kit Kat Chuncky“, erklärt Bernd Abeln.
Mit seiner Mannschaft belegt er derzeit den ersten Platz in der E-Sport-Liga (ESL). 16 Mannschaften spielen dort gegeneinander, im Modus Jeder gegen Jeden. Die ersten vier qualifizieren sich für das Finale in Köln. Dort spielt der Erste gegen den Vierten der abgelaufenen Saison, der Zweite gegen den Dritten. „Ich hoffe, wir kommen ins Finale, das wird auf der großen Bühne gespielt“, so Bernd Abeln. Das Halbfinale in einem Nebenraum.
Seit acht Jahren spielt der Markhauser schon die Fußballsimulation. „Fifa 01 war der erste Teil, den ich gespielt habe“, erzählt er, doch so professionell wie jetzt, ist Bernd Abeln erst seit zwei Jahren dabei. „Ich habe erst nur in einer Amateur-Liga gespielt, gegen andere Hobby-Spieler, dann wurde ich von meiner jetzigen Mannschaft gefragt, ob ich dort mitspielen will.“
Bei der Meisterschaft werden mehr als 60 Profi-Spieler und rund 4 000 Besucher erwartet. Die Gewinne können sich sehen lassen: bis zu 10 000 Euro gibt es in den verschiedenen Disziplinen für die Sieger zu ergattern. In der Fußball-Meisterschaft sind es 3 500 Euro für das Sieger-Team. Bernd Abeln kann die Chancen seiner Mannschaft nicht einschätzen: „In der Saison haben wir die Gegner geschlagen, aber das kann sich am Wochenende ändern.“ Beim letzten Turnier im Sommer belegte „pod“ Platz drei. „Wir wollen uns steigern“, gibt er aber die Marschroute vor.
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