FRIESOYTHE, 26. Mai 2011


Erhöhte Sicherheit wegen EHEC-Bakterien

Noch kein Verdachtsfall im Landkreis Cloppenburg bekannt – Gastronomen erhöhen Hygienemaßnahmen


Die Infektionsquelle ist weiterhin nicht bekannt. Dadurch erhöhen sowohl Bürger als auch Gastronomen die Sicherheitsvorkehrungen.

von Lars Blancke

Friesoythe - Was sich in ganz Deutschland und vor allem im norddeutschen Raum ausbreitet, geht auch an Friesoythe und den Kreisgemeinden nicht spurlos vorüber: der EHEC-Virus sorgt für große Verunsicherung in Krankenhäusern, unter Gastronomen und natürlich auch in der Bevölkerung.

„Wir haben noch keinen Verdachtsfall im Landkreis“, gibt Ansgar Meyer, Pressesprecher des Landkreises Cloppenburg, erst einmal Entwarnung. Es bestehe eine gesetzliche Meldepflicht, betont Meyer, und es ist noch kein Fall eingegangen: „Wir tauschen uns ständig mit Gesundheitsamt und Krankenhäusern aus.“

Durch die ausführliche Medienberichterstattung seien die Leute gut informiert, wie sie sich schützen können. Regelmäßiges Händewaschen, Speisen ausreichend garen und sorgfältige Hygienemaßnahmen seien die wichtigsten Tipps.



Dr. Claus Rolf, Chefarzt in der Inneren Ambulanz im St.-Marien-Hospital Friesoythe, gibt sich bei dem Thema zurückhaltend. „Der Virus ist im Krankenhaus natürlich ein Thema. Wir können im ersten Moment bei Magen- und Darmpatienten nichts ausschließen“, betont der Mediziner, gibt aber auch umgehend zu verstehen, dass man die Situation nicht überdramatisieren dürfe.

Die Menschen seien natürlich sensibilisierter und kämen bei Magen- und Darmerkrankungen schneller ins Krankenhaus. „Wir haben in Friesoythe ein sauberes, hygienisches Screening. Jeder Durchfallpatient wird, wie schon immer, isoliert“, erklärt Dr. Claus Rolf. Er gehe zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass eine Endemie, also das andauernd gehäufte Auftreten einer Krankheit, entstehen könnte. „Wir sind natürlich dennoch sehr sensibilisiert und halten uns strikt an alle Hygienemaßnahmen.“

Auch für Gastronomen ist die Unwissenheit, wo der Virus genau herkommt und in welchen Nahrungsmitteln er stecken könnte, eine Belastung. Sebastian Bley, Juniorchef der Gaststätte Bley, versorgt Schulen in Bösel, Petersdorf und Altenoythe mit Speisungen. „Natürlich macht man sich da Sorgen, man beliefert schließlich jede Menge kleine Kinder. Das kann man nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

Die Arbeitsweise habe sich tatsächlich schon verändert: „Es wird noch penibler auf Hygiene wert gelegt. Wir waschen Gemüse, Obst oder Salat noch ausführlicher ab, als wir es eh schon getan haben.“ Die Infektionsquelle müsse so schnell wie möglich ausfindig gemacht werden, damit Klarheit bestehe so Bley.

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