Caritas kritisiert Abschiebung
Mirgationspolitik Tepe: „Wünschen uns anderen Umgang“
Friesoythe - Der Landes-Caritasverband für Oldenburg hat am Mittwoch die Abschiebung des Ehepaares Berisha aus Friesoythe in den Kosovo (die NWZ berichtete) kritisiert. „Wir hätten uns nach 23 Jahren Aufenthalt einen anderen Umgang mit den Beiden gewünscht“, erklärte der Direktor des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg, Dr. Gerhard Tepe, in einer Pressemitteilung.
Um fünf Uhr morgens – bei bekanntlich zweistelligen Minusgraden - sei das Ehepaar Ramiz (58) und Fatmire (53) Berisha aufgefordert worden, innerhalb der kommenden Stunde seine Sachen zu packen. Zeit zum Abschied-Nehmen von den Mitbewohnern sowie dem Sohn und den beiden Enkelkindern sei dadurch wenig geblieben. Derzeit leben 25 Personen mit insgesamt elf Kindern in der Caritas-Einrichtung.
„Der Landes-Caritasverband betrachtet dies als unmenschliche und damit nicht tragbare Form der Rückführung“, so Migrationsreferent Ludger Niehaus. Auch unabhängig von diesem Fall kritisiert der Verband die geltende Praxis der Kettenduldung. Menschen, die schon seit vielen Jahren nur geduldet in Deutschland lebten, bräuchten eine klare Perspektive. „Geltende Gesetze in diesem Bereich sollten auf ihren humanitären Kern hin überprüft werden“, fordert Tepe. In Niedersachsen leben nach Angaben des Caritasreferenten Ludger Niehaus derzeit rund 4500 Personen seit mehr als sechs Jahren im Status der Duldung.
Das der Minderheit der Roma angehörende Ehepaar Berisha war am Dienstagmorgen mit einem Großaufgebot an Polizei aus den Betten geholt, nach Düsseldorf gebracht und von dort in den Kosovo geflogen worden.
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