Liebe zur Schäddelner Määlne
Serie Werner Ubbens kümmert sich um die Scharreler Windmühle
von Thomas Neunaber
Scharrel - Schon als Kind hat er gern in ihrem Schatten gespielt und manchen Streich ausgeheckt. Das ist lange her. Doch die Liebe zur „Schäddelner Määlne“, wie die Scharreler Mühle auf Saterfriesisch heißt, ist geblieben. 67 Jahre ist Werner Ubbens und seit sechs Jahren 1. Vorsitzender des Mühlenvereins Scharrel.
„Mich fasziniert die alte Mühlentechnik, mit der ganz ohne Motor und umweltfreundlich Mehl gemahlen wird“, sagt der Rentner. Gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Heinrich Kröger schaut er regelmäßig beim Scharreler Wahrzeichen vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. „Unsere Mühle ist in sehr gutem Zustand und könnte auch heute noch problemlos täglich Mehl mahlen“, ist Ubbens überzeugt.
Dass die Scharreler Mühle heute noch in so gutem Originalzustand ist, hat sie unter anderem den Mitgliedern des 1998 gegründeten Mühlenvereins und dem Engagement der Gemeinde Saterland zu verdanken, in dessen Besitz die Mühle seit 1980 ist. Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat öffnet der Mühlenverein die Pforte der Mühle. „Rund 3500 Besucher haben wir hier jährlich. Selbst Reisegruppen aus Berlin und Schwaben steuern unsere Mühle an“, berichtet Ubbens. Für einige bedeutete der Besuch der Mühle wohl einen der schönsten Momente ihres Lebens, denn die Mühle ist zugleich auch Standesamt.
Ubbens und Kröger würden sich noch über neue Mitglieder im Mühlenverein freuen. „Am besten wären einige tüchtige Frührentner“, sagt Heinrich Kröger. Zur Zeit hat der Verein 113 Mitglieder, davon 20, die sich aktiv um die Mühle kümmern und zum Beispiel das Räderwerk mit Bienenwachs schmieren. „Im Gegensatz zum Verbrennungsmotor wird der Mühlenantrieb bei steigenden Drehzahlen nicht lauter, sondern leiser“, sagt Technikfreund Werner Ubbens. Für ihn sind die alten Windmühlen die legitimen Vorfahren der neuen Windkraftanlagen. „Doch leider wurde damals mit den Mühlen noch kein Strom erzeugt“, schmunzelt der Bauingenieur.
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