Rufmord oder politische Spitze?
Wahlkampf Streit um Kolumne
SCHORTENS - Kurz vor der Kommunalwahl am Sonntag ist zwischen der CDU und der SPD in Schortens ein Streit um Umgangsformen im Wahlkampf entbrannt. Die CDU wirft der SPD vor, einen Ratsherrn der CDU „persönlich zu diffamieren und zu verunglimpfen“.
Grund für die Kritik ist eine Kolumne im Schortenser SPD-Blatt „Schortenser Igel“, die dem CDU-Ratsherrn „mehr oder weniger Vorteilsnahme unterstellt“, so CDU-Chef Wolfgang Ottens: „Das sind nicht nur falsche und ehrabschneidende Vorwürfe, sondern diese werden auch noch wider besseres Wissen erhoben.“
Die Kolumne zielt auf den CDU-Fraktionschef Axel Homfeldt ab, dessen Marketingunternehmen den Auftrag zur Erstellung einer Homepage und eines Marketingkonzepts für die Stadt Schortens erhalten hatte. „Erst wird das Stadtmarketing eingerichtet, dann bekommen wir ein teures ,Corporeit identiti‘ und ein neues Logo. Wer bekommt den Auftrag?“, heißt es in der Kolumne.
„Das ist Rufmord“, meint Wolfgang Ottens. Der SPD-Vorsitzende Manfred Buß, der auch für das Parteiblatt verantwortlich ist, weist diesen Vorwurf zurück. Es handele sich um eine Glosse, in der üblicherweise überspitzt formuliert werde. Politiker müssten solche Spitzen wegstecken können.
Bürgermeister Gerhard Böhling betonte, dass die Entscheidung seinerzeit streng geprüft und vom Rat mehrheitlich abgesegnet worden sei. „Auch ein Ratsmitglied hat das Recht, sich um einen öffentlichen Auftrag zu bewerben“, so Böhling. Die Auftragsvergabe sei „absolut sauber gelaufen“.
Auch Buß bestätigt, dass bei der Auftragsvergabe alles „rechtmäßig“ war.
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