STEINHAUSEN, 14. November 2009


Große Buche weckt Ehrfurcht

VORTRAG Diplom-Bibliothekar Klaus Böttcher setzt sich für den Baumschutz ein


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Die „Dicke Buche“ auf dem Klosterhof zu Lindern vermittelt Klaus Böttcher zufolge „Ehrfurcht vor einem Naturwunder“. BILD: KAI HIPPEN  Bild vergrößern

BEI GELB BERICHTETE ER VON „PIONIEREN, ETABLIERTEN UND ZUGEREISTEN“. UND VOM GEWALTSAMEN TOD DER GEFÄLLTEN.

VON KAI HIPPEN

Steinhausen - „Den Bäumen ins Geäst geschaut.“ Mit diesen Worten leitete der Diplom-Bibliothekar Klaus Böttcher seinen Fotospaziergang durch Bockhorn am Donnerstagabend beim Gesprächskreis für gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn (GELB) ein.

Seit Jahren bemüht sich Böttcher um Baumschutz: „Ich will keinen Kampf führen, mich treibt die Sorge um das Erbe der Naturressourcen an.“ Doch das offizielle Bockhorn, so Böttcher weiter, sei bisher nicht bereit, „sich für Bäume stark zu machen.“ Argumente gegen Baumschutz würden an den Haaren herbei gezogen. Da bleibt nur eins: „Immer wieder auf die Offiziellen zugehen und mehr Schutzmaßnahmen fordern.“

So zog Klaus Böttcher mit den Zuschauern durch die Gemeinde. Er stellte die „Pioniere“ vor, die nach der letzten Eiszeit den Naturraum eroberten: starke Hängebirken, Weiden oder Erlen. Dann folgten die „Etablierten“, seit vielen tausend Jahren heimisch geworden wie Ahorn oder Esche. Und die „Zugereisten“, darunter Lärchen, Zedern und Walnussbaum.

Mehr Raum wurden den Eichen gewidmet, die zahlreich in prächtigen Exemplaren in der Gemeinde Bockhorn vertreten sind, als Naturdenkmal am Achterlandsweg, als ausgewucherter Wallbaum am Prophetenhörn - oder als gefälltes Denkmal an der Hilgenholter Straße.

Richtig ins Schwärmen geriet Böttcher aber bei den Buchen. Immerhin der Namensbaum für Bockhorn, was soviel wie Buchenwäldchen bedeutet. Zu früheren Zeiten wurde die Buche zum Bock, der auf dem offiziellen Wappen des Dorfes sogar zum kapitalen Zwölfender mutiert und über ein Horn springt.

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Die „Dicke Buche“ auf dem Klosterhof Lindern ist einer der Lieblingsbäume von Böttcher: „Sie sollte zum geschützten Denkmal erklärt werden. Bei ihrem Anblick spürt man Ehrfurcht vor einem Naturwunder.“ 100 bis 160 Jahre alte Blutbuchen prägen das Ortsbild bis heute. Auf dem Friedhof steht eine der ältesten, dafür ist „die veritable Buchenallee, die einst bis Kreyenbrok führte, fast verschwunden.“.

Und dann wieder die Kehrseite: Eine gefällte Buche an der Lange Straße, oder, in der Sprache von Klaus Böttcher, „ein Mitlebewesen, dass für einen Parkplatz einen gewaltsamen Tod erleiden musste.“Trotzdem blickt Böttcher durchaus mit Wohlwollen auf die Bockhorner, denn in vielen Gärten würden große Bäume gepflegt, in noch mehr die zweite Generation herangezogen. Sein Fazit: „Wir haben einen Anspruch auf ein lebendiges Ortsbild, das fördert unser seelisches Wohlbefinden.“




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